"Floss sogar Blut"

Beißende Fische terrorisieren Malle-Urlauber

Eine silberne Geißbrasse schwimmt nahe einem Felsen im klaren blauen Wasser.
© Getty Images/imageBROKER RF
Beißende Fische haben am vergangenen Wochenende auf Mallorca mehrere Menschen verletzt. Bei einigen floss Blut.
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Derzeit sind Urlauber auf Mallorca wegen beißenden Fischen besorgt. Schon Anfang Juni wurde eine deutsche Touristin am Strand von Cala Major gebissen. Nun wurden neue Vorfälle an der Playa de Illetas und in der Bucht Cala Comtesa im Südwesten der Ferieninsel bekannt.

Laut mehreren Badegästen sollen kleine Fische sie in Beine und Füße gebissen haben. Ein Opfer berichtet gegenüber "Mallorca Magazin": "Am Ende floss sogar Blut." Beide Strände sind bei den Touristen besonders beliebt.

Geißbrassen stecken hinter Bissen

Experten vermuten, dass hinter den Angriffen Geißbrassen stecken könnten. Die silbrig glänzenden Fische besitzen zwei dunkle Querstreifen und werden bis zu 30 Zentimeter lang. Sie verfügen über einen kleinen, dicklippigen Mund mit kräftigen Zähnen.

In Touristengebieten verlieren die Tiere ihre Scheu, da sie regelmäßig von Menschen gefüttert werden. Dann knabbern die Geißbrassen an Füßen oder Händen von Badegästen, vor allem wenn die Personen regungslos im flachen Wasser stehen.

Natürlicher "Putzer" des Meeres

Zudem gelten die Fische als der natürliche "Putzer" des Meeres. Sie ernähren sich unter anderem von abgestorbener Haut und Wundkrusten. Deshalb knabbern die Geißbrassen gerne an Hornhaut, kleinen Verletzungen, Mückenstichen oder Schürfwunden von Menschen.

Meeresbiologen gehen davon aus, dass durch die steigenden Wassertemperaturen der Stoffwechsel der Tiere angekurbelt wird und deren Nahrungsbedarf sich erhöht. Besonders junge Geißbrassen verlieren die Scheu vor Menschen und trauen sich bis ins flache Ufergebiet vor. Zusätzlich könnte ein knapperes Nahrungsangebot dazu beitragen, dass die Tiere alles beißen, was sie für essbar halten.

Keine Seltenheit

Geißbrassen-Bisse sind keine Seltenheit auf Mallorca. Schon 2013 wurden an einem einzigen Julitag 15 Angriffe registriert. In den vergangenen Jahren gab es Berichte aus Playa de Palma, Sa Ràpita, S'Estanyol, Cala Pi und Cala d'Or. In diesem Jahr wurden Bisse in Cala Major, der Playa de Illetas und der Cala Comtesa gemeldet.

Die Verletzungen sind häufig harmlos und bluten nur kurz. Trotzdem sollten Urlauber den Rettungsschwimmern berichten, dass sie gebissen wurden. Damit können die Vorfälle dokumentiert werden.

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