Am Mittwoch trainierte Thomas Silberberger noch für die Wende, am Donnerstag war er selbst Geschichte. Beim Wolfsberger AC kann das manchmal recht schnell gehen. Nach fünf Niederlagen in Serie hatte Präsident Dietmar Riegler seinem Trainer zunächst noch eine Schonfrist eingeräumt. Silberberger bereitete bereits das nächste Spiel in Hartberg vor.
Doch dann überlegte es sich die Klubführung anders. Statt des Tirolers soll nun Manfred Schmid den Tabellenletzten retten. Der kennt sich in Wolfsberg aus. Riegler hatte sich schon einmal von ihm getrennt.
Auch interessant
Eine Schonfrist von bemerkenswerter Kürze
Dabei hatte sich das Ende durchaus angekündigt. Nach dem 0:2 gegen die WSG Tirol, ausgerechnet Silberbergers langjährigem Ex-Klub, war Riegler bei Sky auf einen möglichen Trainerwechsel angesprochen worden. "Ich schließe nichts aus", sagte der Präsident.
Fünf Niederlagen hintereinander, nur ein Punkt aus sieben Runden, fünf Zähler auf dem Konto – viel sprach nicht mehr für den Trainer.
Am Dienstag beriet die WAC-Führung dennoch über dessen Zukunft und entschied sich zunächst fürs Weitermachen. Am Mittwoch stand Silberberger wieder auf dem Trainingsplatz. "Wir haben sehr gut, hart und intensiv trainiert. Wir werden alles geben, um in Hartberg den Bock umzustoßen", sagte er der Kleinen Zeitung.
Das Vorhaben hielt genau einen Tag. Am Donnerstag verkündete Wolfsberg die Trennung. Silberberger durfte Hartberg nicht mehr erleben.
Schmid kommt zurück – Riegler kennt das Spiel
Sein Nachfolger ist ein alter Bekannter. Manfred Schmid (55) saß bereits von März 2023 bis Sommer 2024 auf der Wolfsberger Trainerbank. Zweimal führte er die Kärntner an die Spitze der Qualifikationsgruppe, zweimal verpasste er die Meistergruppe.
Im Mai 2024 beschlossen Schmid und Riegler, getrennte Wege zu gehen. Im Guten, wie beide damals betonten. Gut zwei Jahre später scheint die Erinnerung an die Trennung jedenfalls nicht mehr allzu schwer zu wiegen.
Schmid übernahm nach seinem ersten WAC-Abschied im September 2024 den TSV Hartberg. Dort führte er die Oststeirer 2025 ins ÖFB-Cupfinale und 2026 in die Meistergruppe. Im Sommer war Schluss.
Nun kommt es zu einem Wiedersehen mit einer gewissen Ironie: Gleich sein erstes Spiel als neuer WAC-Trainer führt Schmid am Samstag (17 Uhr) nach Hartberg. Ausgerechnet gegen jenen Klub, den er bis vor wenigen Monaten selbst betreute.
Von Stöger gelernt, bei der Austria gefeuert
Überraschende Trennungen kennt Schmid zur Genüge. Der Wiener arbeitete jahrelang als Assistent von Peter Stöger, zunächst bei der Austria, später beim 1. FC Köln und bei Borussia Dortmund. 2013 feierte das Duo mit den Violetten den österreichischen Meistertitel.
2021 übernahm Schmid die Austria als Cheftrainer, führte sie auf Platz drei und in den Europacup. Im Dezember 2022 musste er trotzdem gehen. Danach folgten Wolfsberg, Hartberg und nun erneut Wolfsberg.
Silberberger wiederum hatte den WAC erst im April übernommen. Der frühere Langzeittrainer der WSG Tirol schaffte zunächst den Klassenerhalt. Auch der Start in die neue Saison ließ hoffen: Sieg gegen Austria Wien, Remis gegen Salzburg.
Dann kam der Absturz. Zuletzt sorgte auch die Suspendierung von Rene Renner nach einem Vorfall in der Kabine für Unruhe. "Es wurde eine Grenze überschritten", erklärte Silberberger damals.
Am Donnerstag war schließlich für ihn selbst Schluss. Schmid übernimmt eine Mannschaft mit fünf Punkten aus neun Spielen und der schwächsten Offensive der Bundesliga. Sein erster Gegner Hartberg hatte 2025 das Cupfinale gegen Wolfsberg verloren – damals noch mit Schmid auf der Trainerbank.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden