Entweder oder ...

Geld oder Job? Mercedes droht Mitarbeitern mit Schließung

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Nach den Sparplänen bei VW gerät nun auch Mercedes unter Druck. Der Vorstand soll mit einer drastischen Konsequenz gedroht haben: Ein deutsches Werk könnte geschlossen und die Produktion nach Osteuropa verlagert werden.
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Hinter den Kulissen tobt ein harter Streit über die künftigen Arbeitsbedingungen. Laut "Wirtschaftswoche" fordert der Mercedes-Vorstand von den Beschäftigten unter anderem, auf Weihnachts- und Urlaubsgeld zu verzichten.

Der Kostendruck beim Autobauer ist groß. Besonders der wichtige chinesische Markt schwächelt. Die rückläufigen Verkaufszahlen setzen damit auch die deutschen Standorte unter Druck.

Streit um die 35-Stunden-Woche

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Arbeitszeit. Bei Mercedes gilt für die Beschäftigten nach Tarifvertrag die 35-Stunden-Woche.

Für den Vorstand ist das offenbar ein Wettbewerbsnachteil. Nach Informationen der "Wirtschaftswoche" soll ein Vorstandsmitglied deshalb deutlich gemacht haben: Entweder die Lohnkosten in Deutschland sinken – oder der Konzern könnte ein neues Werk in Osteuropa bauen.

Die Botschaft dahinter ist brisant: Mehr Arbeit oder ein deutscher Standort könnte auf der Kippe stehen.

Mercedes baut in Ungarn aus

Ob tatsächlich ein deutsches Werk geschlossen werden soll und welcher Standort betroffen sein könnte, ist derzeit offen. Mercedes wollte gegenüber der "Wirtschaftswoche" keine Angaben zu den laufenden Verhandlungen machen.

Im Betriebsrat soll die Ankündigung bereits für heftige Reaktionen sorgen. Dort ist laut Bericht von "Erpressung" und einer "extremen Drohung" die Rede.

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Gleichzeitig baut Mercedes seine Kapazitäten in Ungarn aus. Im Werk Kecskemét sollen künftig bis zu 400.000 Fahrzeuge produziert werden. Die Energie- und Lohnkosten sind dort niedriger als in Deutschland.

Bereits im Juni hatte der Vorstand in einem Brandbrief vor zu hohen Kapazitäten gewarnt. Die deutschen Werke lägen "deutlich über dem Bedarf". Deshalb müsse die "Arbeitsstunde günstiger werden".

Für die deutschen Mercedes-Standorte könnte damit eine entscheidende Phase beginnen.

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