"Noch drastischer"

"Wieder angerichtet": ORF-Experte Marcus Wadsak warnt vor Mega-Hochwasser

Überflutetes landwirtschaftliches Gebäude und umliegende Felder nach starkem Regen.
© BUNDESHEER/BMLV/DANIEL TRIPPOLT
"Wir haben genau die gleiche Ausgangslage wie damals, die Zutaten sind wieder angerichtet"
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Österreich könnte im Herbst erneut von schweren Regenfällen und Überschwemmungen getroffen werden. ORF-Meteorologe Marcus Wadsak sieht eine Wetterlage, die an die Hochwasserkatastrophe vom September 2024 erinnert.

Die Ausgangslage sei heuer auffallend ähnlich wie vor zwei Jahren – und teilweise sogar extremer. "Wir haben genau die gleiche Ausgangslage wie damals, die Zutaten sind wieder angerichtet", wird  Wadsak in der  "Kleinen Zeitung" zitiert. Gleichzeitig seien die Bedingungen diesmal durch die außergewöhnliche Hitze in Österreich und die noch höheren Wassertemperaturen im Mittelmeer verschärft.

Überflutete Straßen und Häuser in Uttendorf, Autos fahren durch das Hochwasser, September 2024.
© APA/MANFRED FESL

Dort wurden in diesem Sommer außergewöhnliche Werte gemessen. Im Ligurischen Meer erreichte die Wassertemperatur laut Bericht bis zu 31 Grad, vor Mallorca sogar 33 Grad. Das warme Meer liefert der Atmosphäre große Mengen Feuchtigkeit. Treffen diese feucht-warmen Luftmassen später auf deutlich kühlere Luft aus dem Norden, kann sich ein sogenanntes Italientief entwickeln.

Erinnerungen an die Hochwasserkatastrophe 2024

Eine solche Wetterlage sorgte im September 2024 für tagelangen Stark- und Dauerregen. Vor allem Ostösterreich war betroffen, Flüsse traten über die Ufer und erreichten teilweise Werte jenseits der 100-jährlichen Hochwassermarke. Auch in Wien mussten damals Häuser entlang des Wienflusses geräumt werden. Fünf Menschen kamen ums Leben.

Überflutete Landschaft in Lengau mit teilweise unter Wasser stehenden Bäumen und Häusern im Hintergrund.
© APA/MANFRED FESL

Wadsak hatte bereits damals vor einer möglichen Wiederholung gewarnt. Auch heuer hält er massive Regenfälle im Herbst für wahrscheinlich. "Es ist angesichts der Begleitumstände fast davon auszugehen, dass es im Herbst zu massiven Regenfällen kommen wird", wird der Meteorologe von der "Kleinen Zeitung" zitiert. Offen sei allerdings, wo die größten Niederschlagsmengen fallen:

Trockene Böden als zusätzliches Risiko

Sollte Österreich erneut von Starkregen getroffen werden, könnten die Folgen durch die lange Trockenheit zusätzlich verschärft werden. Die Böden seien vielerorts stark ausgetrocknet und verdichtet. "Durch die lange Trockenheit ist die Erde bei uns sehr verdichtet, sodass das Wasser kaum versickern kann", erklärt Wadsak.

Überfluteter Hof mit Auto, Möbeln und Pflanzen nach Hochwasser in Moosbierbaum, Niederösterreich.
© APA/HELMUT FOHRINGER

Damit könnte eine gefährliche Kombination entstehen: Ein extrem aufgeheiztes Mittelmeer liefert große Mengen Feuchtigkeit, während trockene Böden in Österreich heftige Niederschläge nur schlecht aufnehmen können. Eine Wiederholung der Katastrophe von 2024 ist damit keineswegs sicher – die meteorologischen Zutaten für eine neuerliche Starkregenlage sind laut Wadsak jedoch vorhanden.

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