Deutschland

Air Berlin 2010 mit tiefroten Zahlen

Die an flyniki beteiligte Fluglinie machte 97,2 Millionen Euro Verlust.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin - seit vorigem Jahr fast zur Hälfte an Niki Laudas Billigairline "Niki" (flyniki) beteiligt - ist 2010 tief in die roten Zahlen gesackt. Unter dem Strich vergrößerte sich der Verlust auf 97,2 Mio. Euro - nach einem Minus von 9,5 Millionen Euro 2009.

Winterwetter und Flugverbote
Erhebliche Spuren hätten Mehrkosten und Ausfälle wegen heftigen Winterwetters, der Flugverbote nach dem Vulkanausbruch in Island und eines Lotsenstreiks im wichtigen Ziel Spanien hinterlassen. Auch vor Zinsen und Steuern (Ebit) stand nun ein operativer Verlust von 9,3 Mio. Euro in den Büchern, nachdem im Jahr zuvor ein operatives Plus von 28,5 Mio. Euro erzielt worden war.

An der Börse hat die Nachricht am Freitag niemand überrascht. Im Jänner hatte Air Berlin bereits eine Gewinnwarnung abgesetzt.

Umsatz hinter Erwartungen
Der Umsatz erhöhte sich um 14,8 Prozent auf 3,72 Mrd. Euro. Das Wachstum sei aber hinter den Erwartungen zurückgeblieben, hieß es in einer Börsen-Pflichtmitteilung.

Die Zahl der Passagiere war 2010 auf die Rekordmarke von 33,6 Millionen gestiegen. Die detaillierte Jahresbilanz will Vorstandschef Joachim Hunold am 24. März vorlegen. Dann steht auch der Geschäftsbericht auf der homepage (ir.airberlin.com)

Auf der Kostenseite schlugen der winterbedingte Mehraufwand sowie die Kosten der Flugausfälle zu Buche, so dass der operative Aufwand auf der EBITDAR-Ebene von 3,12 Mrd. Euro um 1,2 Prozent auf 3,16 Mrd. Euro (2009 pro-forma: 2,77 Mrd. Euro) zugenommen habe, heißt es in der ad-hoc-Meldung der Airline. Tatsächlich sei der Aufwand ohne die zahlreichen Zusatzbelastungen und Einmaleffekte spürbar rückläufig gewesen.

Die pro-forma-Werte enthalten rechnerisch die bereinigten Zahlen der Niki Luftfahrt GmbH, die seit 1. Juli 2010 im Konzernabschluss der Air Berlin PLC konsolidiert ist.

Das Finanzergebnis schwächte sich von -51,0 Mio. Euro (pro-forma 2009: -59,3 Mio. Euro) auf -133,3 Mio. Euro ab. Zu der höheren Belastung hat neben Verlusten aus der Abwertung von derivativen Finanzinstrumenten und geringeren Währungsgewinnen im Wesentlichen der Aufwand aus dem Rückkauf von Wandelanleihen aus dem Jahr 2009 in Höhe von 42,2 Mio. Mio. Euro beigetragen, hieß es weiter. Im Vorjahr erzielte die Gesellschaft einen Ertrag aus dem Rückkauf von Wandelanleihen in Höhe von 21,2 Mio. Euro.

Der Verlust vor Steuern im Geschäftsjahr 2010 belaufe sich auf -141,6 Mio. Euro, nach -21,7 Mio. Euro im Jahr 2009 (pro-forma 2009: - 29,5 Mio. Euro). Nach einem Steuerertrag von 44,4 Mio. Euro belief sich der Nettoverlust schließlich auf 97,2 Mio. Euro.

Der Verlust je Aktie bezogen auf die im Jahresschnitt ausstehenden 85,048 Mio. Stück Aktien (2009: 73,523 Mio. Aktien) betrug 2010 damit 1,14 Euro nach 0,13 Euro im Jahr davor.