Autobahn

Schuldenberg

Asfinag-Schulden steigen auf 12,3 Mrd Euro

Die Asfinag hat 2009 erwartungsgemäß hart zu spüren bekommen. Die staatliche Autobahnfinanzierungs-Gesellschaft verzeichnete bei den Lkw-Mauterlösen ein Minus von 13 %, was den Schuldenstand im Vorjahr auf 11,3 Mrd. Euro anwachsen ließ. 2008 lag dieser bei 10,9 Mrd. Euro, Ende 2010 wird er voraussichtlich 12,3 Mrd. Euro betragen.

Unterm Strich blieb der Asfinag 2009 ein Gewinn von 290 Mio. Euro - gegenüber 2008 bedeutet das ein Minus von 12 %. Auch heuer wird ein positives Ergebnis erwartet. Insgesamt gaben die Mauterlöse (Vignette, Lkw-Maut und Sondermauten) im Vorjahr um 9 % nach, wobei die leicht steigenden Pkw-Einnahmen den Einbruch im Güterverkehr nicht wettmachen konnten.

Deutliche mehr neue Schulden

Die Netto-Neuverschuldung der Asfinag stieg aber um 68 % auf 399 Mio. Euro. Allerdings sind hier auch die 186 Mio. Euro Schulden für das PPP-Projekt ("PublicPrivatePartnership") Nordautobahn A5 (Wien-Mistelbach) eingerechnet. An Körperschaftssteuer flossen von dem Staatsbetrieb rund 100 Mio. Euro in den Bundeshaushalt.

Die Asfinag, die aus dem Staatshaushalt ausgelagert ist, betont, dass das Autobahnen- und Schnellstraßennetz ausschließlich über die Kunden finanziert wird und sie keine Erlöse aus Zuschüssen erzielt. 2010 wird der Jahresüberschuss bei rund 203 Mio. Euro liegen.

Die Wirtschaftskrise und der darauf resultierende geringere Warenumlauf war auch an den Autobahn-Raststätten deutlich spürbar. "Alle Umsätze sind, auf 100 km Fahrleistung gerechnet, von 2008 auf 2009 gefallen. Jeder Autolenker hat 2008 noch 3,7 Euro zum Gesamtumsatz beigetragen, 2009 waren es nur mehr 2,8 Euro", rechnete Asfinag-Boss Klaus Schierhackl vor.

550 Mio. Euro flossen in Neubauten

2009 investierte die Asfinag 550 Mio. Euro in Neubauten, inklusive der 186 Mio. Euro für die Nordautobahn von der Bundeshauptstadt Richtung Tschechien. "Der von der Asfinag direkt für den Neubau versendete Betrag belief sich auf 409 Mio. Euro, das waren 32 Mio. Euro weniger als im Jahr 2008", so die "Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft".

Verkehr legte heuer bisher um 5 % zu

Aktuell schwächt sich der Einbruch beim Güterverkehr aber bereits wieder ab: In den ersten 4 Monaten 2010 verzeichnete die Asfinag ein Plus beim Verkehrsaufkommen von 5,1 % gegenüber Jahresanfang 2008. Derzeit beträgt das Plus gar 8 %, so Asfinag-Chef Klaus Schierhackl. Eine Prognose für den Gesamtjahresverlauf abzugeben, sei aber Kaffeesud-Leserei.

Daher lasse sich auch erst im Herbst sagen, welche Bauprojekte priorisiert werden und welche sich verzögern. Derzeit werde gerade gemeinsam mit den ÖBB und dem Verkehrsministerium der Bedarf erhoben. Wichtig sei, die Ertragslage stabil zu halten, daher dürfe nur das gebaut werden, wofür es auch Bedarf gibt, hielt Schierhackl fest. Heuer gibt es ca 180 Baustellen, 93 Prozent des hochrangigen Straßennetzes sind damit baustellenfrei.

Kritik am Bauprogramm kam heute vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Der Asfinag-Schuldenberg belaste ohnehin schon jeden Staatsbürger mit 1.480 Euro pro Kopf. Dennoch seien weitere 400 km Autobahnen und Schnellstraßen geplant - obwohl Österreich bereits heute eines der dichtesten Autobahnnetze Europas habe. Der VCÖ fordert einen Stopp für die geplanten Projekte.

Die wichtigste Kundschaft der Asfinag sind nach den Österreichern die Ungarn. Knapp 9 % aller Mauttransaktionen entfallen auf den östlichen Nachbarn. Auf Platz drei knapp dahinter liegt Deutschland.

Obwohl das Verkehrsaufkommen krisenbedingt 2009 nachgelassen hat, stiegen die Strafgeldeinnahmen der Asfinag um 16 % auf 63 Mio. Euro. Gemäß der Straßenverkehrsordnung erhält der Straßenerhalter 80 % der Strafgeldeinnahmen, so die Asfinag. Auffallend sind hier deutliche regionale Unterschiede. So sind sie in Tirol und Vorarlberg entgegen den Trend gesunken, während sich die Bußgeldeinnahmen im Burgenland verdoppelten.