Verhaltener Optimismus macht sich breit

Deutsche Premiumhersteller hoffen auf den Herbst

Trotz weiterer Absatzrückgänge im Ferienmonat August sehen die Hersteller teurerer Autos in Deutschland das Schlimmste überstanden. Für die kommenden Monate sei mit höheren Verkaufszahlen zu rechnen, kündigte Klaus Maier, Vertriebschef der Markengruppe Mercedes-Benz Cars bei Daimler, an.

Sein Kollege Ian Robertson von BMW äußerte sich "verhalten optimistisch", dass der Münchner Konzern bald auf den Wachstumspfad zurückkehrt. Der Ingolstädter Rivale Audi bekräftigte, er werde das Jahr besser abschließen als die Konkurrenz.

Chinesischer Markt im Visier

Schwung erhoffen sich die Hersteller von neuen Modellen, die sie ab nächster Woche bei der weltgrößten Automesse IAA in Frankfurt am Main zeigen wollen. Zudem soll der boomende Markt in China Schwächen in anderen Ländern abfedern.

Im Reich der Mitte schnellte der Absatz im August um 90 Prozent nach oben - vor allem dank staatlicher Anreize wie Steuererleichterungen für die Käufer von Kleinwagen und spezielle Rabatte in ländlichen Regionen. Alle drei deutsche Oberklasse-Hersteller verbuchten dort zuletzt satte Zuwächse; die meisten Autos verkaufte mit 13.345 Fahrzeugen die VW-Tochter Audi, die seit mehr als 20 Jahren in China vertreten ist.

Weltweit schnitt BMW mit seiner weißblauen Kernmarke aber besser ab als die Konkurrenten. Von der Marke BMW wurden im August 75.689 Autos verkauft (minus elf Prozent). Daimler setzte von der Marke Mercedes-Benz 66.200 Fahrzeuge ab (minus zwölf Prozent), Audi 65.900 Autos (minus drei Prozent).

Talfahrt verlangsamt

Insgesamt verlangsamte sich bei BMW im August die Talfahrt beim Absatz weiter. Die Münchner verkauften weltweit 91.790 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce; das sind zehn Prozent weniger als vor einem Jahr. Vertriebsvorstand Robertson sagte, seit April habe sich der Rückgang kontinuierlich verlangsamt. "Die Richtung stimmt." Zum Jahresanfang hatte der Konzern noch Einbrüche von knapp einem Viertel verzeichnet.

Audi hatte im Juni und Juli bereits kleine Zuwächse beim Absatz verbucht. Für das Gesamtjahr bekräftigte Vertriebschef Peter Schwarzenbauer die Prognose, wonach Audi 900.000 Fahrzeuge verkaufen will. 2008 hatte die VW-Tochter mehr als eine Million abgesetzt. Von Jänner bis Ende August lieferte Audi weltweit 616.850 Autos aus, das sind 7,5 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Bei Daimler sackte der Absatz der Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach in dieser Zeit um 17 Prozent auf 711.300 Fahrzeuge ab. BMW verkaufte mit 817.183 in den ersten acht Monaten 18 Prozent weniger Autos weltweit.