Unterstützung von allen Seiten gefordert

GM-Europachef will Klarheit vor Weihnachten

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GM-Europa-Chef Nick Reilly will in etwa 3 Wochen seine Vorschläge für die Umsetzung des Sanierungsplans bei Opel präsentieren. Bis dahin sollten die Beratungen mit Regierungen und Arbeitnehmern möglichst weit sein. Sowohl von Beschäftigten als auch von den Regierungen forderte der Opel-Sanierer Unterstützung. "Wenn Opel/Vauxhall gedeihen soll, dann müssen alle Beteiligten ihren Beitrag zu unserem Sanierungsplan leisten."

Das Unternehmen hat der Europa-Tochter auch neue Ziele gesetzt, um die Gewinnschwelle zu erreichen. "Unser Sanierungsplan beinhaltet Kosten für die Restrukturierung, wir werden uns aber auch verpflichten, in F&E zu investieren sowie in einem aggressiven Zeitrahmen neue Modelle auf den Markt zu bringen", so Reilly. Damit reagierte er auf Kritik von Gewerkschaften und dem Opel-Betriebsrat.

GM wird seine Wachstums- und Gewinnziele in Europa nicht allein durch Kostensenkungen erreichen, meint Reilly. Das Unternehmen müsse seine künftige Entwicklung auf dem aktuellen Erfolg mit dem neuen Astra und dem Mittelklassewagen Insignia aufbauen. Er betont erneut, dass GM bei der Sanierung auf die finanzielle Unterstützung der Opel-Standortländer und der Belegschaft angewiesen sei. Er hofft, dass die Verhandlungen mit den Arbeitnehmern binnen 3 Wochen abgeschlossen werden können.

Bochum-Betriebsrat kritisiert Wiener Werk

Der Betriebsratschef des Opel-Werkes in Bochum, Rainer Einenkel, glaubt, dass das GM-Werk in Wien-Aspern Subventionen erhält und so die Verlagerung der Getriebeproduktion von Bochum nach Wien mit Steuergeldern interessant macht. "Wir haben gehört, das Niederösterreichs Regierung diese Produktion mit Steuergeldern subventionieren will. Es könnte also zu einem Personalabbau in Deutschland kommen, weil in Österreich mit Steuergeldern neue Arbeitsplätze geschaffen werden" sagte Einenkel im Gespräch mit der "Wirtschaftswoche". Sollte sich dies bewahrheiten, würde Einenkel die EU anrufen und prüfen lassen "ob so etwas überhaupt zulässig ist".

In Österreich stieß der Vorwurf einer Subventionierung der Getriebeverlagerung eher auf Verblüffung. Zunächst, weil das Werk in Wien ist und Niederösterreich für eine Förderung nicht primär zuständig wäre. Im Wirtschaftsressort des Landes Niederösterreich ist eine solche Förderung nicht bekannt.

Auch ein Sprecher des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds betont, dass keine Förderanträge von GM vorlägen. Auch für den Automotive Cluster der Region um Wien, in dem GM Powertrain Partner ist, sei nichts von einem Förderantrag bekannt. In Österreich ist bisher nur die Übernahme von Haftungen - gesetzlich zulässig sind maximal 300 Mio. Euro - nach dem ULSG für GM in Aussicht gestellt worden.

Kein Kommentar

Das Werk Aspern lehnte jeden Kommentar ab. Laut Einenkel plant GM, die Getriebeproduktion in Deutschland ganz einzustellen. Die Produktion vom Werk Rüsselsheim solle nach Ungarn verlagert werden, die aus Bochum nach Aspern. Damit hätte GM nur mehr zwei Getriebewerke in Europa statt vier. Europaweit seien die GM-Getriebewerke nur zu 40-50 % ausgelastet, sagte Einenkel.

Rüttgers will Verzicht auf Kündigungen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat GM indessen zum Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen aufgefordert. "Wichtig ist, dass die Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut werden", so der CDU-Politiker. Seinem Eindruck nach habe der Konzern verstanden, dass er mit den Opel-Beschäftigten pfleglich umgehen müsse.

"Ich glaube, dass es eine Chance für Opel gibt", sagte der Ministerpräsident. Ob Bund und Länder die Sanierung mit Staatshilfen unterstützen werden, hänge von den GM-Plänen für Opel ab. "Und welche Anträge dann gestellt werden."

GM hatte am Mittwoch angekündigt, europaweit 9.000 Stellen zu streichen, davon in den 4 deutschen Werken Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach bis zu 5.400.

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