GM profitiert von Abwrackprämie

GM will Opel-Verkauf bis Anfang Oktober besiegeln

General Motors (GM) will den Verkauf von Opel in den kommenden 2 bis 3 Wochen besiegeln. "Wir versuchen, alles bis Anfang Oktober fertig zu haben", sagte GM-Chef Fritz Henderson in Frankfurt. Ein Abschluss der Übernahme von Opel durch Magna und die russische Sberbank sei dann bis Ende November geplant.

Aus seiner Sicht gebe es zwar keine ernsthaften Hindernisse mehr für den Verkauf. Allerdings könnte sich der Vollzug des Geschäfts auch um bis zu einen Monat verzögern, sollten unvorhersehbare Dinge passieren. Spekulationen, GM stehe nicht zu hundert Prozent hinter dem geplanten Verkauf an das Magna-Konsortium, wies Henderson zurück. "Wir wollen, dass dieser Deal kommt - Punkt", sagte der GM-Chef bei einem Kurzbesuch auf der Automesse IAA.

Bis die Übernahme unter Dach und Fach ist, müssen nach Angaben von Henderson noch vier offene Punkte geklärt werden. Dazu zählen auch die Verhandlungen mit dem Betriebsrat, denn noch steht nicht abschließend fest, wie der geplante Abbau von insgesamt 10.500 Jobs in ganz Europa die einzelnen Standorte trifft.

"Wir müssen eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern erzielen, die uns erlaubt, das Geschäfts zu sanieren und wettbewerbsfähig zu sein", sagte Henderson. Die Arbeitnehmer sollen unter anderem durch Gehaltszugeständnisse ihren Beitrag zur Sanierung leisten.

Offen ist auch die Zukunft des Astra-Werks im belgischen Antwerpen, das sowohl nach Einschätzung von Magna als auch nach jener von GM geschlossen werden könnte. Eine abschließende Entscheidung Stehe noch aus, sagte Henderson.

Bis zum Vollzug des Verkaufs muss auch das achtköpfige Managementteam von Opel stehen. Als aussichtsreichster Kandidat für den Chefposten bei dem neuen Unternehmen gilt der derzeitige GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster, den neben Magna auch Henderson gerne auf dieser Position sehen würde.

Streitpunkte ausgeräumt

Der GM-Chef zeigte sich zuversichtlich, die offenen Punkte rasch zu klären. "Es gibt keine Streitpunkte", sagte er. Diese seien bereits ausgeräumt. Für Aufregung hatte der von GM befürchtete Abfluss von Technologie nach Russland gesorgt.

Nun sei festgeschrieben, dass nur der russische Hersteller GAZ auf GM-Technologie zugreifen können. An ihn kann die Sberbank ihren 27,5-prozentigen Opel-Anteil weiterreichen. Henderson zeigte sich für diesen Schritt offen. Er hätte "kein Problem" damit, wenn dies bereits morgen passiere. Einem Verkauf an andere Investoren muss GM zustimmen.

Opel wird nach Einschätzung von Henderson in zwei Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben. "2009 wird offensichtlich nicht profitabel. 2010 könnte ein besseres Jahr werden, obwohl wir weiterhin einen Verlust erwarten, aber einen viel geringeren. Bis 2011 sollten wir es dann schaffen, dass das Geschäft profitabel wird", sagte Henderson.

Henderson ist auch für die eigenen Geschäfte optimistisch: Im kriselnden Geschäft in den USA will der ehemals weltgrößte Autobauer bereits im nächsten Jahr wieder die Gewinnschwelle erreichen.

GM hält nach der Übernahme von 55 Prozent der Anteile durch Magna und die Sberbank noch 35 Prozent an Opel. Die Mitarbeiter wollen mit zehn Prozent einsteigen.