Hapag-Lloyd erhält frisches Geld

Die Anteilseigner der angeschlagenen Containerreederei Hapag-Lloyd sind nach Informationen der "Financial Times Deutschland" bereit, dem Unternehmen kurzfristig Liquidität zu verschaffen. Die Eigentümer der Containerlinie wie der Touristikkonzern TUI hätten sich auf einem Treffen im Grundsatz darauf verständigt, Hapag-Lloyd mit Eigenkapital in dreistelliger Millionenhöhe auszuhelfen, berichtet das Blatt im Voraus aus seiner Mittwochausgabe. Das Geld soll im August fließen. Offen sei aber noch, wie groß der Anteil der einzelnen Eigentümer sein werde.

Reuters hatte vor wenigen Tagen aus Kreisen erfahren, dass die Gesellschafter insgesamt 750 Millionen Euro Kapital zur Verfügung stellen wollen, 425 Millionen sollen dabei von dem Konsortium Albert Ballin kommen. Beim Staat will sich die Reederei ebenfalls um Hilfen bemühen. Dabei sei eine Anfrage über einen 300 Millionen Euro schweren Kredit der staatlichen Förderbank KfW sowie von Bundesbürgschaften in Höhe von 700 Millionen Euro im Gespräch.

TUI gehören noch 43 Prozent der Hapag-Anteile. 57 Prozent hatte der Konzern im Frühjahr an das Konsortium Albert Ballin um die Stadt Hamburg, die HSH Nordbank, den Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne und zwei Versicherer verkauft. Hapag-Lloyd hatte im ersten Quartal im Sog der weltweiten Wirtschaftskrise einen operativen Verlust von 222 Millionen Euro verbucht.

Keine Beschlüsse über Kapitalspritze

Die Gesellschafter von Hapag-Lloyd sind sich über die Details der Hilfen für das Unternehmen noch nicht abschließend einig. "Es gibt keine Beschlüsse. Wir sind aber in konstruktiven Gesprächen", sagte ein Sprecher des Reisekonzerns TUI in Hannover. Der frühere Alleingesellschafter TUI hält noch 43 Prozent an der Reederei.

Die "Financial Times Deutschland" hatte berichtet, die Anteilseigner hätten sich auf einem Treffen am Montag im Grundsatz darauf verständigt, der Containerreederei kurzfristig mit Eigenkapital in dreistelliger Millionenhöhe auszuhelfen.

Offen sei aber noch, wie groß der Anteil der einzelnen Eigentümer sein werde. Derzeit liefen Verhandlungen - allerdings habe die Stadt Hamburg als zweitgrößter Anteilseigner bereits klargestellt, dass sie nicht bereit sei, ihren Anteil am Unternehmen zu erhöhen. Der Hamburger Senat wolle in der kommenden Woche über die Beteiligung der Stadt an der geplanten Rettungsaktion entscheiden.

Hapag-Lloyd leidet unter dem Einbruch des Welthandels in Folge der Wirtschaftskrise, der die Containerschifffahrt in eine schwere Krise gestürzt hat. Die Gesellschafter der Reederei hatten Anfang Juli zugesagt, Hapag-Lloyd zu stützen und neues Kapital zur Verfügung zu stellen.

Nach unbestätigten Berichten hat der Hapag-Lloyd-Vorstand eine Summe von 1,75 Mrd. Euro als zusätzlichen Kapitalrahmen für die nächsten Jahre vorgeschlagen. Davon sollen 750 Mio. Euro von den Eigentümern kommen. TUI hatte die Mehrheit der Reederei an ein Konsortium mit der Stadt Hamburg, dem Schweizer Spediteur Klaus-Michael Kühne, zwei Banken und zwei Versicherungen verkauft.