Obamas "Auto-Zar" Rattner geht

Nach dem Neustart der krisengeschüttelten US-Autokonzerne Chrysler und General Motors (GM) tritt Präsident Barack Obamas Chefberater für die Branche ab. Steven Rattner, der auch als "Auto-Zar" bezeichnet wurde und als maßgeblicher Architekt der staatlichen Rettungsbemühungen gilt, wolle sich ins Privatleben mit seiner Familie in New York zurückziehen, teilte die US-Regierung mit. Nachfolger des 56-Jährigen werde Ron Bloom, der bereits ebenfalls zur Führung von Obamas Kommission zur Sanierung der Autobranche gehörte.

GM und Chrysler hatten wie vom Weißen Haus gewollt rasch ihre Insolvenzverfahren verlassen. Sie steuern jedoch angesichts der schweren Branchenkrise in eine ungewisse Zukunft. Rattner habe auf jeden Fall bis zum Ende der GM-Insolvenz an der Spitze der Auto Task- Force bleiben wollten, berichtete die "New York Times". Tausende Job gingen im Zuge der Umstrukturierungen verloren, zugleich bauten die Konzerne riesige Schuldenlasten ab.

Das "Wall Street Journal" schrieb zugleich, die New Yorker Staatsanwaltschaft habe in den vergangenen Wochen die Überprüfung von Rattners Investmentfirma Quadrangle im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre verstärkt. Weder gegen Rattner noch gegen Quadrangle gibt es bisher Beschuldigungen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass der Rückzug Rattners mit den Ermittlungen zusammenhänge, schrieb die Zeitung.

Rattner, einst ein Journalist der "New York Times", hatte seit den 80er Jahren als Investor ein Millionen-Vermögen aufgebaut. Er und seine Frau gelten als mit die erfolgreichsten Spendensammler für Kandidaten der Demokraten in New York City.