Massives Sparprogramm im Osten

Bank Austria mit 833 Mio. Euro Gewinn im Halbjahr

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Die zu UniCredit gehörende Bank Austria hat im ersten Halbjahr 2009 unterm Strich 833 Mio. Euro Nettogewinn gemacht. Die Rezession und damit verbunden höhere Vorsorgen für faule Kredite ließen den Periodenüberschuss damit um 21 Prozent unter das Vorjahresniveau sinken.

Im Osten fährt die Bank ein massives Sparprogramm. In den ersten sechs Monaten wurden bei den Osttöchtern heuer 2.568 Jobs abgebaut. Hauptsächlich in den jüngeren Akquisitionen in der Ukraine (1.557) und in Kasachstan (538). Beim Betriebsergebnis meldete die Bank Austria am Dienstagnachmittag (4. August) einen Anstieg um 51,3 Prozent auf mehr als 2 Mrd. Euro. Ein Teil des Betriebsgewinns wurde aber durch die Risikokosten aufgefressen: Der Aufwand für das Kreditrisiko musste auf 1,009 Mrd. Euro verdreifacht werden.

Für das stärkere Ergebnis macht die Bank höhere Betriebserträge (plus 18 Prozent) und geringere Aufwendungen dank der Kostensenkungen in Osteuropa und Konzern-Synergien (minus 5,6 Prozent) verantwortlich. Das Handelsergebnis - im Vorjahr mit minus 198 Mio. Euro tief im roten Bereich - brachte heuer bis Juni wieder 272 Mio. Euro Gewinn.

Auch das Investmentbanking ließ die Verluste hinter sich und schrieb wieder schwarze Zahlen. Der Hauptergebnisträger Zinsüberschuss legte um gut ein Zehntel auf 2,56 Mrd. Euro zu. Bank Austria-Chef Erich Hampel sprach von einem "äußerst widerstandsfähigen operativen Geschäft", wie sich auch jetzt im globalen Konjunktureinbruch herausstellte.

Nettogewinn in Osteuropa gesunken

"Wir sind uns der Risiken in Zentral- und Osteuropa bewusst", ergänzte Hampel. In Osteuropa sank der Nettogewinn - vor allem wegen der Kreditvorsorgen - im Jahresvergleich von 744 auf 593 Mio. Euro. Bank Austria-Vizechef Federico Ghizzoni sieht die Bank "optimal positioniert" und nach den neuen Zahlen unter Beweis gestellt, dass man mit den derzeitigen Marktgegebenheiten zurecht komme.

Reduziert wurde der Personalstand. Die Mitarbeiterzahl ist im Bank Austria im Jahresvergleich (Juni zu Juni) von 67.462 auf 64.372 gesunken. In Zentral/Osteuropa waren zur Jahresmitte 53.491 Leute tätig, nach Bank Austria-Angaben ein Rückgang um 2.568 seit Ultimo 2008.

Den stärksten Mitarbeiterabbau gab es dabei in den ersten sechs Monaten in der Ukraine, wo 1.557 der zuletzt 10.700 Jobs dem Sparstift zum Opfer fielen, und in Kasachstan, wo 538 von zuletzt 5.700 Mitarbeiter gehen mussten.

Die Bilanzsumme der Bank Austria betrug zum 30. Juni 207,7 Mrd. Euro. Das war ein Rückgang um 6,5 Prozent zum Ultimo 2008.

Vor Staatszuschuss Kernkapitalquote bei 7,5 Prozent

Die Bank Austria verhandelt in Österreich - ebenso wie ihre Mutter UniCredit in Italien - gerade um eine milliardenschwere staatliche Eigenkapitalunterstützung (Partizipationsscheinkapital). Auch UniCredit muss sich verpflichten, dabei bei der Bank Austria frisches Kapital einzuschießen. Mit einem Ergebnis der Verhandlungen wurde zuletzt nicht vor September gerechnet.

Zur Ausgangsbasis per Ende Juni 2009:

Das Eigenkapital der Bank Austria betrug zur Jahresmitte heuer 14,1 Mrd. Euro. Es blieb im Vergleich zum Jahresultimo 2008 in etwa unverändert (14,2 Mrd. Euro).

Die Eigenmittelquoten waren Ende Juni besser als Ende 2008: Die Kernkapitalquote (Tier 1 bezogen auf das Kreditrisiko gemäß Basel II) stieg auf 8,58 Prozent. Im Dezember waren es 7,7 Prozent gewesen.

Bezogen auf alle Risiken lag die Kernkapitalquote bei 7,53 Prozent, nach 6,82 Prozent Ende 2008. Die Core Tier 1-Ratio (Kernkapitalquote ohne Hybridkapital bezogen auf alle Risiken) betrug bei der Bank Austria im Juni 7,2 Prozent.

Zum Vergleich: Bei der italienischen Mutter UniCredit wurde die Kernkapitalquote per Ende Juni (Core Tier 1) mit 6,85 Prozent beziffert, die Tier-1-Ratio mit 7,66 Prozent.

Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern wird nach den jetzigen Ergebniszahlen zum Halbjahr von der Bank Austria aktuell mit 14,8 Prozent (Jänner bis Juni 2008: 17,1 Prozent) angegeben, nach Steuern mit 12,1 Prozent (2008: 14,6 Prozent).

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