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Sesselrücken in Chefetage der Telekom

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Den Telekom-Vorstandschef bestimmt künftig mexikanischer Mehrheitseigentümer.


Rochade. Jetzt ist es offiziell: Bei der teilstaatlichen A1 Telekom Austria ändern sich ab 1. September die Machtverhältnisse in der Chefetage. Der Argentinier Alejandro Plater übernimmt wieder die Position des Vorstandsvorsitzenden, der aktuelle CEO, der Österreicher Thomas Arnoldner, rückt in die zweite Reihe und wird Vize.

Diese Rochade ist Resultat des im Februar vereinbarten neuen Syndikatsvertrags zwischen dem mexikanischen Mehrheitseigentümer der Telekom, América Móvil, und der Staatsholding ÖBAG. Während im ersten Syndikatsvertrag aus 2014 den Österreichern das Recht auf die Nominierung des Telekom-Chefs zugestanden wurde, wandert das nun zu den Mexikanern.

Seit 2018 Ergebnis um 260 Prozent gesteigert

América Móvil hält 51 % an der Telekom. Es ist der Konzern des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim – laut Bloomberg mit 89,5 Mrd. Dollar aktuell der elftreichste Mensch der Welt. Bei der ÖBAG sind 28,42 % der Telekom-Anteile.

Der 55-jährige Plater ist seit 2015 als Vertreter von América Móvil im Telekom-Vorstand und als COO verantwortlich für das operative Geschäft. Bis 2018, als Arnoldner an die Konzernspitze kam, war Plater auch schon Vorstandschef – was er nun wieder wird.

Erfolgskurs. Arnoldner, der das Unternehmen in den letzten fünf Jahren erfolgreich geführt hat, wird in der Branche große Fachkompetenz attestiert. Bei der Belegschaft ist er beliebt. „Die A1 Group steht auf finanziell soliden Beinen und konnte seit 2018 den Verschuldungsgrad halbieren, den Umsatz auf über 5 Mrd. Euro erhöhen und das Jahresergebnis um 260 % steigern“, so der 45-Jährige. Beim Ausbau der digitalen Infrastruktur (Stichwort Glasfasernetz) gibt die A1 Telekom kräftig Gas.

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© Renée del Missier
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Sonja Wallner, Finanzvorständin von A1 Österreich

Der Vorstand besteht künftig aus zwei statt drei Mitgliedern. Finanzchef Siegfried Mayrhofer verabschiedet sich wie angekündigt mit Ende August. Sonja Wallner, seit 2015 Finanzvorständin von A1 Österreich, übernimmt mit 1. September zusätzlich die Funktion der Finanzchefin in der Gruppe.

Gagen. Die Verträge von Plater und Arnoldner hat der Aufsichtsrat am Donnerstag ab 1. September um drei Jahre verlängert, mit der Option auf weitere zwei Jahre. Beim Verdienst liegen beide Manager übrigens nicht weit auseinander: Arnoldner erhielt 2021 laut Vergütungsbericht 1,855 Mio., Plater 2,011 Mio. Euro.

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