Casinos: Rothensteiner geht, Hesoun soll folgen

Neuer Aufsichtsratschef

Casinos: Rothensteiner geht, Hesoun soll folgen

Paukenschlag bei den teilstaatlichen Casinos Austria: Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner zieht sich nach fast 25 Jahren in dieser Funktion zurück.

Wien. Der mächtige Raiffeisen-Generalanwalt informierte das Finanzministerium Mitte Juli darüber, dass er das Amt bis zur nächsten Casinos-Hauptversammlung im September zurücklegen bzw. nicht mehr zur Verfügung stehen werde.

Rothensteiner: "Das mit U-Ausschuss ist Unsinn"

Rückzugsgrund. Die vergangenen Monate bei den Casinos waren für Rothensteiner nicht sehr angenehm. Im Zusammenhang mit Postenschacher-Vorwürfen rund um die Bestellung von FPÖ-Mann Peter Sidlo zum Casinos-Finanzvorstand unter Türkis/Blau gab es bei ihm und anderen Hausdurchsuchungen. Zur Sidlo-Affäre war Rothensteiner auch im parlamentarischen U-Ausschuss geladen. Dass er sich den U-Ausschuss „nicht antun“ wolle, wie kolportiert wurde, weist Rothensteiner gegenüber ÖSTERREICH zurück: „Das ist Unsinn.“ Tatsächlich war der 67-Jährige ja im U-Ausschuss, stand dort Rede und Antwort. 
 
© APA/HELMUT FOHRINGER
 
ÖBAG nominiert. Bis zum Herbst muss das Finanzministerium bzw. die Staatsholding ÖBAG unter ihrem Vorstand Thomas Schmid – der derzeit stark in der Kritik steht – einen Nachfolger für Rothensteiner finden. Die Mehrheit bei den Casinos hat inzwischen die tschechische Sazka-Gruppe – laut Syndikatsvertrag hat die ÖBAG aber das Recht, die Kandidaten für die Chefposten in Vorstand und Aufsichtsrat zu nominieren. 

Siemens-Chef Hesoun ist Wunsch-Nachfolger

„Noch keine Gespräche.“ Hinter den Kulissen kristallisiert sich der Wunsch-Kandidat bereits heraus: Wolfgang Hesoun, Chef von Siemens Österreich. Der Top-Manager war bereits vor einigen Monaten als möglicher nächster Casinos-Präsident ins Spiel gebracht worden. „Ich habe das auch schon gehört“, so Hesoun am Dienstag zu ÖSTERREICH. „Es hat mit mir aber noch keine diesbezüglichen Gespräche gegeben.“ Er gehe davon aus, dass nun ein regulärer Suchprozess aufgesetzt werde. 
Treichl wollte nicht. Die ÖBAG hatte  vor einiger Zeit versucht, Ex-Erste-Group-Chef Andreas Treichl für die Position des Casinos-Chefkontrollors zu interessieren, dieser hatte aber abgewunken.