D: IWH hält an Konjunkturprognose 2010 fest
Trotz einer Schwächephase zu Jahresbeginn wird die deutsche Wirtschaft nicht aus dem Tritt geraten. "Die Stagnation im Winterhalbjahr wird die konjunkturelle Erholung insgesamt nicht gefährden", so das Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Bereits im Frühjahr sei mit erheblichen Nachholeffekten zu rechnen - die Produktion werde wieder stärker anziehen: Sowohl für dieses als auch nächstes Jahr rechnen die Forscher damit, dass die Wirtschaftsleistung um 1,8 % zulegen wird.
Damit revidierten sie die im Dezember vorgelegte Prognose für 2010 von 1,9 % Wachstum nur leicht nach unten. Die ostdeutschen Konjunkturforscher sind zugleich optimistischer als die deutsche Bundesregierung, die von 1,4 % Wachstum ausgeht.
Am Jobmarkt werden sich aus Sicht des IWH allzu düstere Prognosen nicht bewahrheiten und Entlassungswellen ausbleiben: Das Institut geht davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen 2010 nur leicht um rund 115.000 auf 3,537 Mio. steigen wird. Für nächstes Jahr wird im Schnitt mit 3,739 Mio. gerechnet. Die Hallenser sind damit pessimistischer als die Konjunkturforscher des IfW in Kiel, die für 2011 rückläufige Arbeitslosenzahlen erwarten.
"Wir gehen davon aus, dass die Anpassung am Arbeitsmarkt auch weiterhin graduell verläuft und es nicht zu einem abrupten Einbruch in Folge der Krise kommt", heißt es in der IWH-Prognose. Die Entlastung durch die ausgeweiteten Kurzarbeiterregelungen trage dazu bei, dass viele Unternehmen auf Entlassungen verzichteten.
Dabei nehmen die Firmen nach Einschätzung der IWH-Forscher auch eine deutlich niedrigere Arbeitsproduktivität in Kauf: "Dies ist auch deshalb möglich, weil sich die Lohnkosten in Deutschland vor der Krise relativ günstig entwickelt haben."
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden