Motorola hat das Gröbste hinter sich

Motorola mit Gewinn im Schlussquartal

Der US-Handyhersteller hat sich zum Jahresende 2009 trotz rückläufiger Verkaufszahlen knapp in die schwarzen Zahlen gerettet. Im 4. Quartal blieb ein Gewinn von 142 Mio. Dollar übrig. Der Umsatz ging allerdings etwas stärker als erwartet um 20 % auf 5,7 Mrd. Dollar zurück. Vor allem wegen hoher Abschreibungen war vor einem Jahr ein Verlust von 3,7 Mrd. Dollar angefallen. Im Vorquartal lag der Überschuss bei 12 Mio. Dollar.

Im abgelaufenen Quartal hatte Motorola erstmals Handys mit dem Google-Betriebssystem Android verkauft. Damit wollte der Konzern einige der Marktanteile auf Konkurrenten wie Branchenprimus Nokia und Apple gutmachen, die er in den vergangenen Jahren eingebüßt hatte. Die Zahl der verkauften Handys ging allerdings zurück. Sie fiel in den 3 Monaten auf 12 Mio. von 13,6 Mio. im Vorquartal. Analysten hatten mit einem Absatz von 14,8 Mio. Handys gerechnet.

Die Motorola-Aktie gab vorbörslich an der New Yorker Börse nach. Nokia-Aktien hingegen stiegen um über elf Prozent. Der finnische Konzern hatte im vierten Quartal dank besserer Geschäfte mit Smartphones mehr Gewinn gemacht als erwartet.

Der krisengeschüttelte US-Telekomkonzern scheint das Gröbste hinter sich zu haben. Das zweite Quartal hintereinander hat das Unternehmen, das kurz vor der Zerschlagung stand, wieder Gewinn gemacht.

Den guten Lauf will die Konzernführung mit einem Frontalangriff auf Apples iPhone und Co. verlängern. "Unsere ersten Android-Smartphones sind sehr gut angekommen", sagte Co-Chef Sanjay Jha in Schaumburg (Illinois). Er kündigte für das laufende Jahr mindestens 20 weitere Modelle der multifunktionalen Handys an.

Harte Einsparungen

Im Schlussquartal verdiente Motorola dank harter Einsparungen die genannten 142 Mio. Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 3,7 Mrd. Dollar angefallen war. Beim Umsatz hat sich der Rückgang gegenüber den Vorquartalen aber abgeschwächt. "Wir haben uns gut geschlagen angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen 2009", sagte der zweite Konzernchef Greg Brown.

Im Schlussquartal konnte Motorola sein Handygeschäft allerdings noch nicht aus den roten Zahlen führen. Das Geld brachten die beiden anderen Standbeine, das Netzwerk-Geschäft und das Geschäft mit Mobilfunk-Lösungen für Unternehmenskunden.

Laut Medienberichten hatte Motorola erst jüngst den Verkauf seiner Netzwerk-Aktivitäten gestoppt. Die Sparte, die Empfangsboxen für das Kabelfernsehen und Zubehör für Handys herstellt, sollte demnach bis zu 5 Mrd. Dollar in die klamme Kasse bringen. Die Gebote seien jedoch zu niedrig gewesen, hieß es.

Zwischenzeitlich hatte sich Motorola auch von seinem Handygeschäft trennen wollen. In der Krise strich der Konzern bereits Tausende von Jobs und wechselte die Führung aus. Als Hoffnungsträger gelten neue mobile Geräte wie das Smartphone "Droid" mit dem von Google übernommenen Betriebssystem Android. Der einst zu den Branchenführern zählende US-Hersteller hatte an den Erfolg seines seines früheren Topmodells "Razr" nie mehr anknüpfen können. Auch im laufenden ersten Quartal erwartet die Konzernführung wieder ein kleines Minus.