Erste-Halbjahresgewinn beträgt 492 Mio. Euro

Die Rezession in Osteuropa hat die Kreditrisikokosten der Erste Group im ersten Halbjahr mehr als verdoppelt. Zugleich haben aber das Zinsgeschäft und das Handelsergebnis die Erträge getrieben. Damit wies die börsenotierte Bank für die ersten sechs Monate 2009 einen Nettogewinn von 492 Mio. Euro aus. Das war ein Rückgang um 22,7 Prozent zum ersten Halbjahr 2008 (636,6 Mio. Euro).

Damit lag die Bank deutlich über den Analystenerwartungen. Mit Ausnahme der Ukraine machten alle Tochterbanken auch im ersten Halbjahr einen Gewinn, teilte die Erste am Donnerstag mit. Vor allem im zweiten Quartal sind auch im Osten die Vorsorgen für faule Kredite stark angestiegen. Gruppenweit stiegen die Risikokosten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 auf 892,1 Mio. Euro. Das war ein Anstieg um 132,3 Prozent.

Zwischen April und Juni stieg der Konzernüberschuss nach Steuern und Minderheiten trotz schwieriger Marktverhältnisse um 12 Prozent von 232,1 Mio. Euro im ersten Quartal 2009 auf 260 Mio. Euro im zweiten. Im Vorjahreszeitraum waren es 321 Mio. Euro gewesen.

Im Ausblick signalisierte Erste-Group-Chef Treichl weiterhin Gewinne. Auch wenn wegen der Verschlechterung der Wirtschaftslage die Risikokosten angestiegen seien, sei er überzeugt, "dass wir unser Geschäftsmodell auch weiterhin profitabel umsetzen können", so Treichl. Spekulationen, die österreichischen Großbanken würden in nächster Zeit einen Nachschlag an staatlicher Kapitalhilfe brauchen, hat der Chef der Erste Group für sein Haus zurückgewiesen.

Bis Jahresende will Treichl Verhandlungen um ein neues Sparpaket beendet haben. Es soll für die Jahre 2010 und 2011 gelten und das Inland und die Töchter in Osteuropa umfassen. Zum Einsparungs-Volumen gab sich der Erste-Boss allerdings zugeknöpft. Markterwartungen über jährliche Kostensenkungen im dreistelligen Millionenbereich wurden als "Spekulation" nicht kommentiert. Mit dem Betriebsrat wird verhandelt.