Europas Leitbörsen schließen tiefer

Vor Wochenende

Europas Leitbörsen schließen tiefer

. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,97 Prozent auf 2.436,62 Zähler.

Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag - belastet durch schwache US-Daten - einheitlich mit tieferen Notierungen aus der letzten Sitzung der Handelswoche gegangen. Der Euro-Stoxx-50 fiel bis Sitzungsende um 0,97 Prozent auf 2.436,62 Zähler.

Nach Gewinnmitnahmen in der Früh konnten im Vormittagshandel erneute Hoffnungen auf einen baldigen Abschluss der Gespräche um den griechischen Schuldenschnitt die anfänglich etwas trübe Stimmung an den Aktienmärkten leicht aufhellen. Am Nachmittag kamen jedoch schwache Daten aus den USA und schickten die Leitbörsen Europas wieder in die Verlustzone zurück.

Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten ist im Schlussquartal 2011 nicht so stark gewachsen wie erwartet. Auf das Jahr hochgerechnet ist das Bruttoinlandsprodukt um 2,8 Prozent gestiegen, Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Zuwachs um 3,0 Prozent gerechnet.

Im Hintergrund schwelt indessen weiterhin die ungelöste Griechenland-Problematik, so Marktteilnehmer. Zuletzt hieß es, dass ein Durchbruch in den Verhandlungen um den griechischen Schuldenschnitt in greifbare Nähe gerückt sei. Gleichzeitig wachse jedoch die Skepsis, ob ein Schuldenerlass privater Gläubiger überhaupt ausreicht, um das Land zu retten.

Zum Wochenausklang präsentierten sich alle Sektoren des Euro-Stoxx-50 im roten Bereich. Die größten Verluste verzeichneten dabei Rohstoff- und Autowerte. So fanden sich unter den Einzelwerten ArcelorMittal (minus 2,18 Prozent auf 16,35 Euro), Volkswagen (minus 2,36 Prozent auf 136,45 Euro) und Daimler (minus 1,57 Prozent auf 42,70 Euro) unter den schwächsten Titeln.

Ebenfalls schwach tendierten Bankwerte. BNP Paribas sackten um 3,25 Prozent auf 34,64 Euro ab, ING Groep fielen um 1,49 Prozent auf 6,986 Euro und unter den Versicherern schlossen AXA um 1,04 Prozent schwächer bei 11,95 Euro.

Auch UniCredit gaben satte 4,50 Prozent auf 3,65 Euro ab. Die Bank wird zwar erst kommende Woche die Liste ihrer neuen Aktionäre bekanntgeben, doch es sickern bereits Informationen über die neuen Verhältnisse im Aktionärskreis durch. Der römische Baulöwe Francesco Gaetano Caltagirone ist aus dem Aufsichtsrat der toskanischen Bank "Monte dei Paschi di Siena" (MPS) ausgetreten und hat einen Anteil zwischen ein und zwei Prozent an UniCredit erworben, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera". Seine Beteiligung an MPS, bei der er 2003 eingestiegen war, reduzierte er von 4,7 auf 1,33 Prozent, um den Einstieg bei UniCredit zu finanzieren.

Das Schlusslicht des Euro-Stoxx-50 bildeten Nokia, die Titel rutschten um 5,86 Prozent auf 3,92 Euro ab. Die Deutsche Bank hatte das Kursziel für die Titel des finnischen Mobiltelefonherstellers von 4,00 auf 3,80 Euro gesenkt, hieß es vom Markt. Die Einstufung "Hold" behielten die Experten aber bei. Am Vortag hatte das Unternehmen Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt.

Im Blick waren darüber hinaus ThyssenKrupp. Einem Bericht der "Financial Time Deutschland" zufolge steht der Verkauf der Edelstahlsparte Inoxum an den finnischen Konkurrenten Outokumpu kurz vor dem Abschluss. Dennoch verloren die ThyssenKrupp-Aktien 1,06 Prozent auf 21,90 Euro.

Börse          Index          Schluss       Diff (P)    Diff (%)
 Wien           ATX            2.126,66     -  12,21       -0,57
 Frankfurt      DAX            6.511,98     -  27,87       -0,43
 London         FT-SE-100      5.733,45     -  61,80       -1,07
 Paris          CAC-40         3.318,76     -  44,47       -1,32
 Zürich         SPI            5.463,88     -  51,10       -0,93
 Mailand        FTSE MIB      15.946,87     - 164,17       -1,02
 Madrid         IBEX-35        8.657,30     -  56,50       -0,65
 Amsterdam      AEX              319,36     -   3,46       -1,07
 Brüssel        BEL-20         2.237,59     -  14,44       -0,64
 Stockholm      SX Gesamt      1.041,40     -   4,61       -0,44
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.436,62     -  23,78       -0,97