Wiener Börse will internationale Aufmerksamkeit

Wiener Börse

ATX bei 2.911,10 Punkten in der Gewinnzone

Mit Geschäftsergebnissen für 2010 standen die Papiere RBI im Blickpunkt

Die Wiener Börse hat sich heute, Freitag, zu Mittag bei hohem Volumen mit fester Tendenz präsentiert. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.911,10 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 28,96 Punkten bzw. 1,00 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +0,54 Prozent, FTSE/London +0,77 Prozent und CAC-40/Paris +0,79 Prozent.

Die europäischen Aktienmärkte haben sich zum Wochenausklang einheitlich von ihrer freundlichen Seite gezeigt. Viele Börsianer zeigten sich erleichtert, dass das neuerliche Erdbeben in Japan keine weiteren Hiobsbotschaften vom havarierten Kernkraftwerk Fukushima und auch keinen weiteren Tsunami zur Folge hatte. Auch in Wien erholten sich die Kurse von den klaren Vortagesverlusten.

Mit Geschäftsergebnissen für 2010 standen die Papiere der Raiffeisen Bank International (RBI) im Blickpunkt. Das Geldhaus hat einen Milliardengewinn eingefahren und unterm Strich 1,087 Mrd. Euro erwirtschaftet. Die Vorsorgen für faule Kredite im Osten konnten deutlich zurückgefahren werden, allerdings steht der Bank zufolge der Höhepunkt der notleidenden Kredite am Kundenkreditbestand erst im zweiten Halbjahr 2011 bevor.

"Die große Überraschung war die Dividende", kommentierte ein Marktteilnehmer aus einem Wiener Handelsraum. Der Dividendenvorschlag von 1,05 Euro je Aktie fiel deutlich höher als erwartet aus. Allerdings werteten Analysten dies als Zeichen, dass die Eigner, und somit die Raiffeisen-Landesbanken, Kapital brauchen. Die RBI gehört mehrheitlich der Raiffeisen Zentralbank (RZB), welche wiederum zum Großteil im Eigentum der Landesbanken steht. Die RBI-Aktien gewannen 1,85 Prozent auf 40,16 Euro.

Ein enttäuschendes Börsendebüt verzeichnete der Aluminiumkonzern AMAG. Der Ausgabekurs wurde am Donnerstag mit 19 Euro ohnehin schon am unteren Ende der Preisspanne festgelegt. Schon in der Erstnotiz rutschten die Titel allerdings auf 17 Euro ab. Am Vormittag erholten sich die Papiere auf 17,86 Euro, immer noch ein sattes Minus von 6,0 Prozent.

Zahlreiche Analystenkommentare sorgten ebenfalls für Impulse. Die Analysten der UBS haben ihr Kursziel für den Flughafen Wien von 43 auf 40 Euro nach unten geschraubt und die Verkaufsempfehlung "Sell" bekräftigt. Die Aktien des Airports stiegen dennoch um 0,60 Prozent auf 44,50 Euro. Die Erste Group hat indessen das Kursziel für den Impfstoffhersteller Intercell von 12 auf 10,5 Euro reduziert und das Votum "Hold" bestätigt. Intercell legten trotzdem um 0,90 Prozent auf 8,50 Euro zu.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX um 11.55 Uhr bei 2.911,59 Punkten, das Tagestief lag zu Handelsstart bei 2.881,51 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,95 Prozent höher bei 1.412,54 Punkten. Im prime market zeigten sich 23 Titel mit höheren Kursen, zwölf mit tieferen und keiner unverändert. In drei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 3.300.013 (Vortag: 1.969.618) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 127,180 (55,61) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher AMAG mit 1.429.079 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 49,93 Mio. Euro entspricht.