EZB-Rat hält aktuelles Zinsniveau für angemessen

Euro gegen den Dollar im Frühhandel etwas leichter

EUR-USD: Etwas leichter gegenüber dem Richtkurs vom Montag und knapp behauptet gegenüber dem späten Devisengeschäft in New York. Gegenüber dem Yen tendierte der Euro mit Abschlägen, gegenüber dem Pfund hingegen etwas fester. Praktisch keine Veränderung gab es zum Schweizer Franken.

Marktteilnehmer begründen die Kursabschläge des Euro mit negativ aufgenommen Aussagen des griechischen Ministerpräsidenten Georgios Papandreou am Vortag. Für den heutigen Handel werde in Ermangelung bedeutender Konjunkturdaten mit einem ruhigen Verlauf gerechnet.

Um 9.00 Uhr hielt der US-Dollar gegen den Euro bei 1,3607 nach 1,3662 USD beim Richtkurs vom Montag. In New York war der Euro gegen den US-Dollar zuletzt mit 1,3623 USD aus dem Handel gegangen.

Das britische Pfund notierte gegen den Euro um 9.00 Uhr mit 0,9075 (0,9024) GBP zum Euro-Richtkurs am Montag. Der japanische Yen hielt bei 122,43 (123,48) JPY gegen den Euro.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat sich positiv zu den globalenWachstumsaussichten geäußert. Zugleich betonte Trichetdie Notwendigkeit einer Konsolidierung der Staatshaushalte. Das Weltwirtschaftswachstum sei robust und die Stimmung positiv, so Trichet weiter, was vor allemauf den Wiederaufbau der Lagerbestände und den erneut anziehendenWelthandel zurückzuführen sei.

Die Arbeitslosenquote der OECD-Länder hat sich im Januar auf 8,7% ermäßigt. Im Vormonat hatte sie noch bei 8,8 % gelegen.Ökonomen werteten die Zahlen als ersten Hoffnungsschimmer, dass sich die konjunkturelle Erholung bald auch am Arbeitsmarkt bemerkbar machen werde.

Die tschechische Industrieproduktion ist im Januar um 5,3 % im Jahresvergleich und damit stärker gestiegen als erwartet. Ökonomen hatten im Konsens auf dieser Basis mit einem Plus von 4,4% nach +1,8 % im Vormonat gerechnet. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Februar auf Jahresbasis um 0,6 % (erwartet +0,8 %) nach +0,7 % im Vormonat.

Die ungarische Industrieproduktion ist im Januar überraschend um deutliche 5,7 % im Jahresvergleich gestiegen. Ökonomen hatten auf dieser Basis hingegen mit einem Rückgang um 0,5 % gerechnet. Der Vormonatswert wurde von -1,4 % auf -1,2 % nach oben revidiert.

GRIECHISCHE STAATSANLEIHEN FESTER

[aus dem Morning Mail der Investkredit.] Der EUR ist gestern Montag leicht erholt in die Handelswoche gestartet. Mit 1,3665 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung am Nachmittag etwa einen halben US-Cent höher als zuletzt am Freitagabend in New York.

Unterstützt haben Aussagen des französischen Präsidenten Sarkozy vom Wochenende, wonach das hoch verschuldete Griechenland auf Hilfe hoffen darf. Ein Staatsbankrott sei damit kurzfristig unwahrscheinlicher geworden. Die Diskussion um einen Euro-Währungsfonds werde am Devisenmarkt verfolgt, habe zunächst aber noch keinen Einfluss auf die Kursgestaltung.

Heute früh schlug das Pendel wieder etwas in Richtung Skepsis aus, und der EUR verlor leicht an Wert. Sowohl gegen den USD (ca. 1,3600) wie auch gegen den JPY (ca. 122,30) verlor die Gemeinschaftswährung leicht.

Nach Angaben der US-Aufsichtsbehörde für Rohstoffderivate (CFTC) wetten zudem wieder weniger Anleger auf einen steigenden USD. In der vergangenen Woche sei das Volumen der USD-Longpositionen auf 5,58 Mrd. Dollar, von 12,77 Mrd. Dollar in der Vorwoche gesunken. Auf einen fallenden EUR setzten nur geringfügig weniger Anleger als in der Vorwoche. Die Zahl dieser Kontrakte sank laut CFTC marginal auf 66.770 von einem Rekordhoch von 71.623 in der Vorwoche.

Am Markt für Staatsanleihen zogen die Kurse der griechischen und portugiesischen Anleihen zeitweise um bis zu je mehr als 50 Ticks an, was die Renditen entsprechend unter Druck brachte. Portugals Anleihen profitierten von einem vorgelegten Sparplan der Regierung. Griechenland hatte schon vorige Woche seinen Sparkurs verschärft.

Versicherungen gegen den Ausfall griechischer Staatsanleihen (CDS) verbilligten sich weiter. Dagegen notierte die in Europa richtungsweisende 10jährige deutschen Bundesanleihe bis zu 37 Ticks im Minus. Die Rendite kletterte auf bis zu 3,192% (3,141%). Der Bund-Future notierte am Nachmittag mit 122,48 Punkten 4 Ticks niedriger.

Wichtige Ereignisse des Tages: CH (09:15 MEZ): Inflationsdaten Feb.; GB (10:30): Handelsbilanz (Jän.); US (14:55): „Redbook“.