Deutsche Börse Frankfurt

Nach Krisengipfel

Europa zum Handelsschluss sehr fest

Euro-Stoxx stieg um 57,59 Punkten oder 2,13% auf 2.763,34 Zähler.

Die europäischen Leitbörsen haben am Donnerstag angesichts einer sich abzeichnenden Einigung in der Griechenland-Krise am Euro-Sondergipfel sehr fest geschlossen. Nach einer Berg- und Talfahrt ging der Euro-Stoxx-50 mit einem kräftigen Aufschlag von 57,59 Punkten oder 2,13 Prozent auf 2.763,34 Zähler aus dem Handel.

Das vom Euro-Sondergipfel in Angriff genommene zweite Rettungspaket für Griechenland sieht de facto einen teilweisen Schuldenerlass für das Land vor, hieß es aus dem Handel. Mit der Möglichkeit für Griechenland, Kredite aus dem Euro-Rettungsschirm EFSF zum Rückkauf eigener relativ wertloser Staatsanleihen zu erhalten, würde es Athen schaffen, auf der Stelle seinen Schuldenstand zu reduzieren. Darüber hinaus soll das am Rand der Zahlungsunfähigkeit stehende Land durch eine Verlängerung der Laufzeit von 7,5 auf mindestens 15 Jahre sowie einem Niedrigzinssatz von 3,5 Prozent die praktisch besten Bedingungen erhalten, um sich doch noch sanieren zu können. Zuletzt waren die Zinsen für Athen bei 14 Prozent gelegen.

Für zusätzliche Unterstützung sorgte im Späthandel eine freundliche Wall Street, die von deutlich besser als erwarteten Morgan Stanley-Zahlen sowie positiven Impulsen vom Euro-Sondergipfel profitierte. Die schlechter als erwartet ausgefallenen wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten fanden vor diesem Hintergrund kaum Beachtung.

Unter den Einzelwerten schlossen Nokia nach der Vorlage von Ergebnissen um 2,50 Prozent fester auf 4,18 Euro. Zwar hatte der finnische Handy-Hersteller wegen einbrechender Handy-Absätze im zweiten Quartal einen Verlust von 368 Mio. Euro hinnehmen müssen. Als positiv seien allerdings die Kostensenkungsmaßnahmen zu werten, so Händler.

ABB (minus 1,59 Prozent auf 20,42 Schweizer Franken) beendeten die Sitzung trotz besser als erwarteter Ergebnisse indes mit Kursverlusten. Händler verwiesen zur Erklärung auf die hohe Erwartungshaltung im Vorfeld der Zahlenvorlage, aufgrund derer übermäßig positive Überraschungen letztlich ausblieben. Auch der fehlende quantitative Ausblick wurde von Händlerseite bemängelt.

Unter Abgabedruck standen auch Infineon, die sich um 1,19 Prozent auf 7,12 Euro ermäßigten. Der weltgrößte Halbleiterkonzern Intel hatte im Zuge seiner Zahlenvorlage die diesjährige Wachstumsprognose für den PC-Markt auf acht bis zehn Prozent gesenkt. Zuvor war der US-Konzern von einem Wachstum in niedrigen zweistelligen Bereich ausgegangen.

Einen Kurssturz von 9,68 Prozent auf 83,00 Schwedische Kronen legten unterdessen die Papiere des schwedischen Telekomausrüsters Ericsson hin, der mit den Ergebnissen zum abgelaufenen Quartal deutlich hinter den Ertragsprognosen der Analysten zurück blieb. Auch Konecranes (minus 8,32 Prozent auf 22,92 Euro) verbuchten kräftige Kursabschläge, nachdem der finnische Kranhersteller mit seinen Zweitquartalsergebnissen die Analystenprognosen klar verfehlt hatte.

Unter den im Euro-Stoxx-50 gelisteten Einzelwerten fanden sich mit UniCredit (plus 9,95 Prozent), Intesa Sanpaolo (plus 9,54 Prozent) und Societe Generale (plus 6,19 Prozent) drei Bankenwerte an der Spitze des Auswahlindex. Unterdessen verloren die Autowerte BMW und Daimler am unteren Ende des Euro-Stoxx-50 um 1,06 Prozent bzw. 0,54 Prozent.