Europas Börsen drehen im Verlauf ins Minus

Europas Börsen drehen im Verlauf ins Minus

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag im Verlauf ins den Minusbereich gewendet. Für den Stimmungsdreh machten Marktteilnehmer einen tieferen Euro-Dollar-Kurs und einen schwachen deutschen ifo-Geschäftsklima-Index verantwortlich.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft trübte sich im Februar nach zehn Anstiegen in Folge überraschend wieder ein. Der Euro, zuletzt Indikator für die Unsicherheit im Zuge der EU-Schuldenkrise, rutschte nach einem Tageshoch bei knapp 1,37 Dollar wieder klar unter 1,36 Dollar.

Die schwer gewichteten Rohstoffwerte und Bankaktien entwickelten sich im Handelsverlauf zu den größten Belastungsfaktoren, wie ein Blick auf die Kursentwicklung der Subindizes zeigte. Titel der Deutschen Bank verbilligten sich um 2,83 % auf 46,42 Euro. Banco Santander fielen um 2,44 % auf 9,655 Euro. Die "enttäuschenden" Zahlen der Commerzbank trugen zusätzlich zur schlechten Stimmung bei.

Commerzbank-Titel rutschten um 6,14 % auf 5,66 Euro ab. Das Finanzhaus litt unter neuen Wertberichtigungen und den Kosten für die Integration der Dresdner Bank und verbuchte 2009 einen Milliardenverlust. Auch der lag deutlich über den Erwartungen der Analysten.

Lediglich der Getränke- und Lebensmittelsubindex des Stoxx 600 wies am Mittag noch ein Plus auf. Dazu trugen nicht zuletzt die Kursgewinne der beiden Brauereien Heineken und Carlsberg bei. Aktien der weltweite Nummer drei unter den Brauereien, Heineken, verteuerten sich nach Zahlen zum Geschäftsjahr 2009 um 2,75 % auf 36 Euro und Carlsberg zogen um 6,69 % auf 409,9 dänische Kronen an. Beide Konzerne lagen mit ihren Zahlen im Rahmen der Erwartungen.

Zu den Ausreißern gehörten die Aktien des britischen Baustoffkonzerns Wolseley, die sich an der Spitze des britischen Leitindex "Footsie" um 11,87 % auf 1.621 Pence verteuerten. Der Konzern hatte überraschend mitgeteilt, dass der Gewinn im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 die durchschnittlichen Analystenerwartungen problemlos übertreffen dürfte, sollte sich der aktuelle Markttrend weiter fortsetzen.

Die Anteilsscheine der Lufthansa stiegen um 0,59 % auf 11,06 Euro. Nachdem die Piloten der Fluggesellschaft am Montag in den Streik traten und die Lufthansa dagegen gerichtlich vorgegangen war, wurde der Streik nun bis zum 8. März ausgesetzt. Ab Freitag soll sich der Flugverkehr wieder normalisiert haben.