Europas Börsen mehrheitlich im Minus

Hohe Spannung wegen EU-Gipfel

Europas Börsen mehrheitlich im Minus

Der Euro-Stoxx-50 schwächte sich um 0,38 Prozent ab.

Die europäischen Leitbörsen gingen am Mittwoch im Vorfeld des mit Spannung erwarteten EU-Gipfels mehrheitlich mit tieferen Kursen aus dem Tag. Der Euro-Stoxx-50 schwächte sich um 0,38 Prozent ab. Wegen Sorgen über Verhandlungsfortschritte unmittelbar vor dem EU-Gipfel dominierten die negativen Vorzeichen.

Zunächst hatte die große Zustimmung des Deutschen Bundestages für einen stärkeren Euro-Rettungsfonds die Indizes noch deutlich angetrieben, und auch der geringer als erwartete Rückgang der Aufträge für langlebige Güter in den USA hatte gestützt. Doch Kreise-Meldungen, denen zufolge die Verhandlungen zwischen der EU und den Banken über deren Beitrag festgefahren seien, machten die gute Stimmung schnell wieder zunichte.

Die Berichtssaison trat mit den Meldungen ewtas in den Hintergrund. Die Papiere von Peugeot  Ciroen verloren nach Quartalszahlen und einem erneut gesenkten Gewinnausblick um 0,88 Prozent auf 16,915 Euro. Um seinem schleppenden Autogeschäft wieder auf die Sprünge zu helfen, will der französische Autobauer Stellen abbauen und sparen.

Bei Air Liquide mussten die Aktionäre Kursverluste von 0,52 Prozent auf 91,64 Euro verkraften, obwohl der Gasehersteller im dritten Quartal die Erwartungen erfüllt hat.

Nokia-Aktien beendeten eine Berg- und Talfahrt 0,58 Prozent schwächer bei 4,798 Euro. Bevor Vorstandschef Stephen Elop mit dem "Lumia 800" das erste Smartphone mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Mobile vorgestellt hatte, war es für die Titel des angeschlagenen Handyherstellers noch um fast vier Prozent bergauf gegangen.

Deutlichere Verluste von 1,30 Prozent auf 6,228 Euro erlitten die Papiere von BBVA. Der Gewinnrückgang der spanischen Bank beschleunigte sich wegen der Probleme im Heimatmarkt, was für Enttäuschung sorgte. Analyst Inigo Vega von Cheuvreux führte die Entwicklung auf einen überraschenden Verlust im Handelsgeschäft zurück.

Dank einer überdurchschnittlich guten Entwicklung in den Schwellenländern und in Japan konnte GlaxoSmithKline (GSK) wieder zulegen, was die Aktien um 0,80 Prozent auf 1.389,25 Pence steigen ließ. In den vergangenen zwei Quartalen hatte der größte britische Pharmakonzern aufgrund der Konkurrenz durch Nachahmermittel sowie staatlicher Gesundheitsreformen jeweils einen Umsatzrückgang verbucht.

Europas größter Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) ist in den ersten neun Monaten gewachsen. Ohne Zu- und Verkäufe oder den Einfluss von Währungen sei der Umsatz um sieben Prozent gestiegen, teilte BAT mit. Dies bescherte den Papieren ein Plus von 1,52 Prozent.

Der niederländische Brauereikonzern Heineken überraschte mit einem Umsatz- und Absatzplus die Erwartungen der Experten. Die Aktien honorierten dies mit Kursgewinnen von 0,80 Prozent auf 35,745 Euro.