Europas Börsen nach EZB-Entscheid weiter fest

Der DAX notierte um 14.35 Uhr 1,22 % höher. Der FTSE erhöhte sich um 0,53 %, der Euro-Stoxx-50 legte 1,16 % zu.

Die Entscheidung der EZB und der Bank of England, die Leitzinsen unverändert zu belassen, brachte keine Impulse. Nun hoffen einige Marktteilnehmer von der Pressekonferenz auf Hinweise für eine Beendigung der expansiven Geldpolitik.

Unerwartet gute Zahlen von Alcoa zum Auftakt der US-Berichtssaison haben den europäischen Börsen am Donnerstag Auftrieb gegeben. Alcoa als führender US-Aluminiumkonzern kehrte nach drei Verlustquartalen in Folge überraschend wieder in die Gewinnzone zurück. Ein Marktanalyst sieht in der positiven Marktreaktion eine weitere Bestätigung, dass auch auf Restrukturierungsmaßnahmen und Einsparungen resultierende Erholungen honoriert werden.

Kaum Auswirkungen durch EZB-Entscheid - Alcoa-Zahlen beflügeln Rohstoffsektor

Im Nachklang der guten Zahlen des US-Aluminiumkonzerns setzte sich der Rohstoffsektor mit deutlichen Gewinnen an die Spitze der Branchenindizes. Auch die Automobilhersteller waren sehr gefragt, ebenso die Industriegüterhersteller. Verlierer nach Branchen gab es im Stoxx-600 nicht, der schwächste Sektor war die Telekombranche, gefolgt von Öl- und Gasaktien.

Der Aluminiumpreis reagierte in London positiv auf die Alcoa-Zahlen, der Goldpreis markierte mit einem Sprung über die Marke von 1.050 US-Dollar gar den dritten Tag in Folge ein Rekordhoch. Auch Kupfernotierungen zogen deutlich an und profitierte ebenfalls von der Dollar-Schwäche. Am Aktienmarkt gewannen ArcelorMittal unter den EuroStoxx-Favoriten 4,43 % auf 25,81 Euro. Im "Footsie" gehörte die Indexspitze den Minenwerten, allen voran Vedanta mit plus 3,85 Prozent auf 2.186 Pence.

Auch Finanztitel waren überwiegend weiter gefragt. ING sprangen um 4,72 Prozent auf 12,320 Euro an, Anteile der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) verbesserten sich um 1,61 % auf 12,285 Euro. Die Citigroup hob ihr Votum für die BBVA von "Hold" auf "Buy" und stockte das Kursziel von 12 auf 14 Euro auf. Die Bank gehöre mit Santander zu den größten Finanzinstituten Lateinamerikas, einem Markt, dem Analyst Ronit Gose eine deutliche Erholung zutraut. Gerade Mexiko als bisheriger Grund zur Vorsicht werde im zweiten Halbjahr Brasilien auf den Wachstumspfad folgen und biete Überraschungspotenzial. Santander legten nach einer Kurszielerhöhung um 0,45 % auf 11,110 Euro zu.

Umstufungen zeigten Wirkung: So kletterten ABB nach einer frischen Kaufempfehlung der UBS um 3,24 % auf 143,50 Schwedische Kronen, Syngenta zogen nach einem "Overweight"-Votum von JPMorgan um 2,84 % auf 246,20 Franken an. Aktien von L'Oreal blieben dagegen mit plus 0,59 % auf 66,80 Euro hinter der Marktentwicklung zurück. Die Credit Suisse senkte die Kosmetiktitel auf "Underperform" - nach dem Kursanstieg um 40 % seit März seien die Aktien der realen Entwicklung etwas davongelaufen, begründete Analyst Alex Molloy. Sein Kursziel hob der Experte allerdings von 59 auf 65 Euro und damit in etwa auf das aktuelle Niveau.