Europas Börsen tief in der Verlustzone

Zu Handelsschluss

Europas Börsen tief in der Verlustzone

Der Euro-Stoxx-50 schwächte sich um 39,59 Einheiten oder 1,68 Prozent auf 2.315,89 Zähler ab.

Die europäischen Leitbörsen mussten zu Wochenstart die Gewinne aus dem frühen Handel weitgehend wieder abgeben und schlossen am Montag mit deutlichen Abschlägen. Der Euro-Stoxx-50 schwächte sich um 39,59 Einheiten oder 1,68 Prozent auf 2.315,89 Zähler ab. Zweifel an einem großen Befreiungsschlag in der Euro-Krise auf dem anstehenden EU-Gipfel hatten sich am Montagnachmittag breitgemacht und damit die Märkte deutlich belastet.

Darüber hinaus waren die jüngst veröffentlichten US-Konjunkturdaten enttäuschend ausgefallen. Experten zufolge konnten die Septemberdaten zur US-Industrieproduktion - obwohl sie sich innerhalb der Erwartungen bewegten - nicht überzeugen. Gleichzeitig war der Konjunkturindex für das Verarbeitende Gewerbe in New York im Oktober nur leicht und damit weniger als erwartet gestiegen. Der schwache Start der Wall Street hatte weitgehend auf die Stimmung an den europäischen Märkten gedrückt.

In einem Branchenvergleich des Euro-Stoxx-50 war der Rohstoffsektor am unteren Ende gereiht. Rio Tinto gaben 1,30 Prozent auf 3.302 Pence ab. Die Ankündigung des Verkaufs von Geschäftsbereichen hatte vor einem kräftigeren Abschwung bewahrt, hieß es. Der Minengigant will seine Aktivitäten im Aluminiumbereich zurückfahren.

Auch Bankenwerte zählten zu den größten Verlierern in Europa. UniCredit gaben die Vormittagsgewinne ab und büßten über sechs Prozent auf 0,89 Euro ein. Intesa SanPaolo schlossen ebenfalls mit kräftigen Abschlägen und verbilligten sich um 5,32 Prozent auf 1,229 Euro. Die französischen Bankenwerte Societe generale und BNP Paribas fielen 2,81 Prozent auf 20,25 Euro und 3,72 Prozent auf 31,05 Euro.

Innerhalb des Frankfurter DAX zählten Infineon-Titel zu den besseren Werten. Die Experten von Goldman Sachs hatten das Kursziel nach einer Gewinnwarnung gekürzt, die Empfehlung "Conviction Buy" für die Papiere aber bestätigt. Die wichtigen Wachstumstreiber seien intakt, erklärten die Analysten in ihrer jüngsten Studie. Infineon fielen lediglich 0,13 Prozent auf 6,078 Euro.

Metro gaben unterdessen Marktbeobachtern zufolge überdurchschnittlich stark nach. Der Personalwechsel an der Spitze des Metro-Vorstands und -Aufsichtsrats soll eine strategische Neuausrichtung des Handelskonzerns vorantreiben. Der Rücktritt des Aufsichtsratschef Jürgen Kluge dürfte für kräftige Impulse gesorgt haben. Metro gaben um 2,47 Prozent auf 31,02 Euro nach.

In London stürzten G4S über 22 Prozent auf 219,90 Pence ab. Der britische Sicherheitskonzern übernimmt das dänische Reinigungs- und Serviceunternehmen ISS. G4S soll insgesamt 5,2 Mrd. britische Pfund (5,94 Mrd. Euro) zahlen. Tullow Oil sanken 3,44 Prozent auf 1.375 Pence. BP kletterten deutliche 2,20 Prozent auf 424,65 Pence nach oben. Im Streit um die Kosten der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko bekommt der britische Ölkonzern vier Milliarden Dollar von seiner US-Partnerfirma Anadarko. Eni notierten mit 1,79 Prozent tiefer bei 15,37 Euro. Die Ölpreise sind am Montag auf Talfahrt gegangen und haben einen Teil ihrer Gewinne der Vorwoche abgegeben.

Börse          Index          Schluss       Diff (P)    Diff (%)
 Wien           ATX            1.969,10     -  20,32       -1,02
 Frankfurt      DAX            5.859,43     - 107,77       -1,81
 London         FT-SE-100      5.436,70     -  29,7        -0,54
 Paris          CAC-40         3.166,06     -  51,83       -1,61
 Zürich         SPI            5.180,62     -  33,94       -0,65
 Mailand        FTSE MIB      15.914,60     - 375,05       -2,30
 Madrid         IBEX-35        8.864,30     - 111,20       -1,24
 Amsterdam      AEX              299,24     -   3,17       -1,05
 Brüssel        BEL-20         2.169,78     -  33,26       -1,51
 Stockholm      SX Gesamt        939,40     -  16,99       -1,78
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.315,89     -  39,59       -1,68