Europas Leitbörsen beenden 1. Halbjahr im Minus

Euro Stoxx 50

Europas Leitbörsen beenden 1. Halbjahr im Minus

Bankwerte von Fed-Stresstest belastet.

Knapp eine Woche nach der britischen Entscheidung aus der Europäischen Union auszutreten haben die europäischen Leitbörsen am Donnerstag ihre Erholung fortgesetzt - bleiben allerdings weit unter dem Niveau vom Tag vor der Brexit-Entscheidung.

Der Euro-Stoxx-50 gewann 32,56 Einheiten oder 1,15 Prozent auf 2.864,74 Zähler. Nach fünf Handelstagen muss der europäische Leitindex allerdings ein satten Verlust von 4,48 Prozent verschmerzen - auf Halbjahressicht handelt es sich gar um ein Minus von 12,87 Prozent.

Die Stimmung der Anleger bleibt geprägt von der Ungewissheit über die Auswirkungen des britischen Votums für einen EU-Ausstieg. Der US-Investor George Soros sprach vor dem Europäischen Parlament in Brüssel von einer entfesselten Krise vergleichbar mit der globalen Finanzkrise 2007/08, schreibt das Nachrichtenportal "Bloomberg".

Konjunkturdaten traten vor der Brexit-Unsicherheit in den Hintergrund. Positive Nachrichten gab es aus Deutschland. Dort ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren gesunken. In Frankreich halten sich die Verbraucher zurück. Sie haben im Mai weniger Geld ausgegeben. Ihre Konsumausgaben schrumpften um 0,7 Prozent zum Vormonat.


Daneben standen am Vormittag Inflationsdaten aus der Eurozone im Mittelpunkt. Im Juni sind die Verbraucherpreise einer Erstschätzung zufolge mit plus 0,1 Prozent wieder leicht gestiegen, nachdem sie im Mai noch minimal gefallen waren. Am Markt hatte man mit einer Stagnation der Verbraucherpreise gerechnet.

Etwas Unterstützung dürften Daten aus der USA am Nachmittag geliefert haben. Denn das Geschäftsklima hat sich in der Region Chicago im Juni überraschend deutlich aufgehellt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex sei von 49,3 Punkten im Vormonat auf 56,8 Punkte gestiegen. Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg auf 51,0 Punkte gerechnet.

Im Fokus am Donnerstag stand abermals der US-Bankensektor nach dem Fed-Stresstest. Von den 33 geprüften Banken mit bedeutendem Geschäft in den USA fielen nur die Deutsche Bank und die US-Tochter der spanischen Banco Santander durch. Aktien beider Werte fanden sich am Ende des Euro-Stoxx-50 ein.

Auch die Automobilbranche musste Federn lassen. Daimler, Volkswagen und BMW notierten leicht im roten Bereich.