Frankfurter Börse

Im Frühhandel

Europas Leitbörsen einheitlich fester

DAX knackt erstmals kurzfristig die Marke von 11.000 Punkten.

Die Leitbörsen in Europa zeigten sich am Freitagvormittag einheitlich fester. Der Euro-Stoxx-50 notierte gegen 10.00 Uhr mit plus 0,90 Prozent oder 30,65 Punkte bei 3.448,26 Einheiten. Der DAX in Frankfurt gewann 0,60 Prozent oder 65,50 Zähler auf 10.985,15 Punkte und hatte erstmals heute Vormittag in seiner 27-jährigen Geschichte die Marke von 11.000 Punkten geknackt.

Der deutsche Leitindex hat seinen Rekord am Freitag bis auf 11.013 Punkte hochgeschraubt. Alleine seit Anfang Jänner legte das Standardwertebarometer mehr als 17 Prozent zu. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit plus 0,74 Prozent oder 50,67 Punkte auf 6.878,78 Einheiten.

Nachrichten über eine Waffenruhe in der Ukraine und Signale über eine Kompromissbereitschaft Griechenlands stimmen die Händler optimistisch. Hinzu kommt eine positive Vorgabe der Börsen in Übersee. An der Wall Street hatte der Dow-Jones-Index auf einem neuen Hoch im Jahr 2015 geschlossen.

Unterdessen hat die deutsche Wirtschaft einen starken Jahresendspurt hingelegt: Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts wuchs die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal um 0,7 Prozent. Das ist deutlich mehr als das schwache Wachstum im dritten Vierteljahr und ebenfalls mehr als Bankvolkswirte erwartet hatten. Auch das Wachstum im Gesamtjahr 2014 fiel etwas höher als zunächst errechnet aus. Im Verlauf stehen noch weitere Daten aus der Eurozone zum Wirtschaftswachstum im vierten Quartal am Programm.

Im Branchenvergleich schoben sich Banken-Titel an die Euro-Stock-50-Spitze. Die Aktien von BNP Paribas gewannen 2,21 Prozent, die Anteilsscheine von Societe Generale stiegen 2,93 Prozent und die Papiere von Intesa Sanpaolo legten satte 3,15 Prozent zu. Banken dürften weiterhin von der billionenschweren Geldspritze der Europäischen Zentralbank profitieren.

Unter weiteren Einzeltiteln bewegten sich die Aktien von ThyssenKrupp 2,50 Prozent ins Minus. Der Industriekonzern arbeitet sich weiter aus der tiefsten Krise der jüngeren Firmengeschichte. Im ersten Geschäftsquartal zog der Umsatz dank eines starken Geschäfts mit Industriegütern um elf Prozent an; der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern legte um 29 Prozent zu. Damit erfüllte das Unternehmen die Erwartungen der Experten weitestgehend, jedoch nicht ausreichend um heute Gewinne am Aktienmarkt zu machen.

Aurubis-Aktien reagierten mit einem Plus von 2,71 Prozent positiv auf gute Zahlen des Kupferherstellers. Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank spricht von guten Ergebnissen im ersten Quartal, das aus seiner Sicht zudem das schwächste im laufenden Geschäftsjahr sein dürfte. Die Hamburger sind bei weniger Umsatz mit einem Gewinn in das neue Geschäftsjahr gestartet. Den Ausblick bekräftigte der Konzern.

Die Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet besorgt sich vier Monate nach dem milliardenschweren Börsengang frisches Geld über eine Kapitalerhöhung. Die Aktie stürzte 7,25 Prozent auf 49,89 Euro ab. Das Unternehmen der Samwer-Brüder, das junge Internet-Firmen entwickelt, hatte zuletzt mit diversen Zukäufen massiv ins Geschäft mit der Essenszustellung investiert.