Deutsche Börse Frankfurt

Unsicherheit

Europas Leitbörsen im Frühhandel leichter

Euro-Stoxx reduzierte sich um 17,28 Einheiten oder 0,79% auf 2.176,75 Punkte.

Nach einer dreitägigen Gewinnserie sind die Leitbörsen in Europa am Mittwoch im Frühhandel ins Minus gerutscht. Der Euro-Stoxx-50 reduzierte sich bis 10.00 Uhr um 17,28 Einheiten oder 0,79 Prozent auf 2.176,75 Punkte, nachdem er kurz nach der Eröffnung zwischenzeitlich ins Plus gedreht hatte. Der DAX in Frankfurt notierte bei 5.558,35 Punkten, das entspricht einem Minus von 70,09 Einheiten oder 1,25 Prozent. In London verlor der FT-SE-100 26,2 Einheiten oder 0,49 Prozent auf 5.267,90 Zähler.

Für Unsicherheit sorgten zur Wochenmitte Berichte über eine höhere Beteiligung des Finanzsektors am zweiten Hilfspaket für Griechenland, die bereits im Späthandel an der Wall Street die Bankenwerte belastet und das Plus beim Dow Jones deutlich eingegrenzt hatten. Der "Financial Times Deutschland" zufolge diskutieren die Staaten der Euro-Zone darüber, das Ende Juli vereinbarte zweite Hilfspaket für Griechenland neu zu verhandeln und dabei Banken und Versicherungen stärker in die Pflicht zu nehmen.

Entsprechend unter Druck standen an den europäischen Aktienmärkten die in den vergangenen Tagen stark erholten Finanzwerte. So rutschten die Bankenwerte ING als einer der schwächsten Werte im Euro-Stoxx-50 um 3,29 Prozent auf 5,29 Euro ab, BNP Paribas und Intesa Sanpaolo notierten um 2,80 Prozent auf 29,21 Euro bzw. 1,55 Prozent auf 1,14 Euro leichter. Unter den Versicherungswerten gaben Allianz um 2,04 Prozent auf 68,78 Euro nach, während AXA um moderate 0,98 Prozent auf 9,71 Euro einbüßten.

Zugewinne gab es unterdessen bei den defensiven Papieren aus dem Gesundheits-, Nahrungsmittel- und Telekomsektor zu beobachten. Vergleichsweise gut hielt sich auch der Tech-Sektor, der von den Kursgewinnen bei der deutschen SAP-Aktie (plus 1,72 Prozent auf 38,49 Euro) gestützt wurde. Händler verwiesen zur Erklärung für die starke Performance der Aktie auf Aussagen von SAP-Vertriebschef Robert Enslin in "Finanz & Wirtschaft", wonach der Softwarekonzern dank einer gut gefüllten Vertrags-Pipeline auch im Abschwung weiter gute Ergebnisse liefern sollte.

Für etwas Entspannung sorgten zwischenzeitlich Aussagen des EU-Kommissionspräsident Barroso, der sich Händlern zufolge zu den griechischen Banken geäußert und für einen größeren Garantiemechanismus plädiert habe. Zugleich kündigte Barroso im Europaparlament in Straßburg eine Finanztransaktionssteuer an, die 55 Mrd. Euro an Einnahmen bringen soll. Auch sprach er von einer zu erwartenden starken Abschwächung der europäischen Wirtschaft.