Europas Leitbörsen schließen im Plus

Frankfurster Börse

Europas Leitbörsen schließen im Plus

Papiere von Luftlinien und Touristikkonzernen stehen wegen der Anschläge unter Druck.

Die europäischen Börsen haben am Donnerstag nach den Terroranschlägen in Brüssel mehrheitlich leicht im Plus geschlossen. Zwischenzeitlich deutliche Kursverluste aus dem Eröffnungshandel wurden im Tagesverlauf wieder wettgemacht. Der Euro-Stoxx-50 ging mit einem knappen Plus von 2,46 Einheiten oder 0,08 Prozent bei 3.051,23 Zählern aus dem Handel.

Die Anschläge trafen den Brüsseler Flughafen sowie die U-Bahn-Station Maelbeek im EU-Viertels. Nach offiziellen Schätzungen wurden etwa 230 Menschen verletzt und über 30 Personen getötet. Die belgische Regierung hat am Vormittag die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Außerdem wurde der öffentliche Verkehr in der Stadt stillgelegt. Am Nachmittag wurde berichtet, dass sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu den Anschlägen bekennt.

Nach Bekanntwerden der Anschläge eröffneten die europäischen Börsen deutlich im Minus. "Unsicherheit heißt an der Börse erstmal verkaufen", kommentierte ein Börsianer. Bereits am späten Vormittag grenzten sie ihre Verluste allerdings wieder etwas ein. Nachdem die Börsen in New York am Nachmittag stabil eröffneten, dämmten viele der europäischen Aktienmärkte die Verluste weiter ein. Schlussendlich drehten viele sogar noch ins Plus. Auch der belgische Leitindex BEL-20 ging mit leichten Gewinnen aus dem Handel.

Bei den Einzelwerten gerieten allerdings Aktien von Fluglinien und Touristikunternehmen unter Druck. An der Pariser Börse gaben Anteilsscheine von Air France-LKM um 3,96 Prozent nach, in Dublin fielen die Papiere von Ryan Air um 2,19 Prozent und in Frankfurt büßten Lufthansa-Aktien als Tagesverlierer im DAX 1,33 Prozent ein.

Im London fielen außerdem die Titel der Kreuzfahrtreederei Carnival um 1,59 Prozent und die Aktien des Touristikkonzerns TUI verloren 2,79 Prozent. Die Papiere des Reiseveranstalters Thomas Cook gaben um 4,27 Prozent nach - sie wurden zusätzlich von schwachen Zahlen zu den Buchungen im Sommer belastet.

Abseits der Ereignisse in Brüssel verloren die Titel der Deutsche Bank 1,24 Prozent. Ein Händler verwies darauf, dass dem Finanzinstitut eine Abstufung seiner Kreditwürdigkeit durch die US-Ratingagentur Moody's drohe. Außerdem hat der Finanzvorstand des Unternehmens in einen Interview gesagt, dass man für dieses Jahr kaum noch mit der geplanten Trennung von der Postbank rechne.

Konjunkturdaten rückten in den Hintergrund, obwohl eine ganze Reihe an Zahlen am Programm stand. Der vorläufige März-Einkaufsmanagerindex für den Euroraum zeigte eine stärkere Stimmungsaufhellung als erwartet. Gestützt wurde die Aufhellung vor allem vom Dienstleistungssektor.

Der viel beachtete Ifo-Geschäftsklima für Deutschland wiederum stieg im März stärker als erwartet um 1,0 Punkte auf 106,7 Zähler. Das vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Barometer zu den Konjunkturerwartungen in Deutschland legte ebenfalls zu, blieb dabei aber etwas unter den Analystenprognosen. In den USA übertraf das Stimmungsbarometer Richmond-Fed-Index die Erwartungen.