Europas Leitbörsen schließen in der Verlustzone

Am Mittwoch

Europas Leitbörsen schließen in der Verlustzone

Der Euro-Stoxx-50 schloss um 0,79 Prozent tiefer auf 2.176,64 Einheiten.

Die europäischen Leitbörsen sind nach einer dreitägigen Gewinnserie am Mittwoch mit Kursverlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 schloss um 0,79 Prozent tiefer auf 2.176,64 Einheiten, nachdem er während des ganzen Handelstages zwischen Gewinnen und Verlusten hin- und hergependelt war. Die Unsicherheit sei mit der Schuldenkrise im Blick weiter hoch, hieß es aus dem Handel. Für zusätzlichen Abwärtsdruck sorgte im Späthandel eine schwächelnde Wall Street.

   Auf der Agenda stand zur Wochenmitte die Abstimmung über den verschärften Stabilitätspakt im Europäischen Parlament, der mit überraschend deutlicher Mehrheit gebilligt wurde. Auch die Abstimmung im finnischen Parlament betreffend des Euro-Rettungsfonds (EFSF) fiel klar zugunsten einer Ausweitung des EFSF aus. Am morgigen Donnerstag wird schließlich der deutsche Bundestag über die Stärkung des EFSF abstimmen.

   Zudem bestätigte die EU-Kommission die Rückkehr der aus Experten der EU-Kommission, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) bestehenden Troika nach Athen, die am Donnerstag ihre Arbeit wieder aufnehmen wird. Von ihrem Votum hängt die Auszahlung der nächsten Tranche an Griechenland ab.

   Die Bankenwerte, die sich zwischenzeitlich etwas von ihren anfänglichen Verlusten erholt hatten, rutschten im Nachmittagshandel wieder recht deutlich in den roten Bereich - der entsprechende europäische Bankenindex schloss gut 1,5 Prozent leichter. Unter den im Euro-Stoxx-50 gelisteten Einzelwerten sackten Deutsche Bank als einer der schwächsten Werte um 3,84 Prozent auf 27,20 Euro ab, Societe Generale und ING verbilligten sich um 2,83 Prozent auf 19,92 Euro bzw. 2,20 Prozent auf 5,35 Euro. BNP Paribas, die sich im Mittagshandel bis an die Spitze des Euro-Stoxx-50 vor gearbeitet hatten, drehten ebenfalls wieder ins Minus und schlossen um 1,31 Prozent leichter auf 29,66 Euro. Belastet wurden Bankentitel zur Wochenmitte von Meldungen über eine stärkere Beteiligung des Finanzsektors am zweiten Griechenland-Hilfspaket.

   Kräftige Abschläge gab es auch im Rohstoffsektor zu beobachten. An der Börse London etwa rutschten Antofagasta um 5,89 Prozent auf 990 Pence ab, Fresnillo und Rio Tinto beendeten die Sitzung mit einem Minus von 5,71 Prozent auf 1.585 Pence bzw. 4,36 Prozent auf 3.057 Pence. Den größten Kurssturz im "Footsie" mussten aber die Papiere des Hedgefonds Man Group hinnehmen, die um 24,87 Prozent auf 180 Pence einbrachen. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, angesichts der Turbulenzen auf den Finanzmärkten beim verwalteten Vermögen mit einem Rückgang um 6 Mrd. auf 65 Mrd. US-Dollar seit Ende Juni zu rechnen.

   Gefragt war indes die AXA-Aktie, die mit einem Plus von 1,90 Prozent auf 10,00 Euro die recht kurze Gewinnerliste im Euro-Stoxx-50 anführte. Der französische Versicherer hatte am Mittwoch Medienberichte bestätigt, wonach er den Verkauf seiner Private-Equity-Sparte prüfe. Die strategische Prüfung von Optionen sei jedoch in der Anfangsphase und das Ergebnis offen, so die Gesellschaft in Paris.