Warten auf EZB-Entscheid

Europas Leitbörsen starten wenig bewegt

Insiderbericht: EZB plant Anleihenkäufe im Volumen von 50 Mrd. Euro.

Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Neuigkeiten von der Europäischen Zentralbank (EZB) haben sich die europäischen Leitbörsen am Donnerstag im Frühhandel kaum vom Fleck bewegt. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 9.50 Uhr mit plus 0,14 Prozent oder 4,48 Punkte bei 3.274,21 Einheiten.

Der DAX in Frankfurt erhöhte sich um minimale 0,02 Prozent oder 2,19 Zähler auf 10.301,42 Punkte. Mit 10.308,02 Punkten verzeichnete der Index im Frühhandel einen neuen Rekordstand. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit plus 0,24 Prozent oder 16,11 auf 6.744,15 Punkte.

Bereits am gestrigen Mittwoch gab es einen Insiderbericht, dass die EZB Anleihenkäufe im Volumen von 50 Mrd. Euro plant. Die Meldung hatte die europäischen Märkte stark nach oben getrieben. Nun sind die Erwartungen an die Währungshüter sehr hoch, das Überraschungspotenzial ist allerdings begrenzt. Sollte die EZB nicht die erwarteten Lockerungsmaßnahmen ankündigen, wäre dies laut Analysten eine große Enttäuschung, die auch den europäischen Börsen etwas zusetzen könnte. Vor der Entscheidung herrschte nur wenig Bewegung an den Märkten.

Daneben stehen keine nennenswerten Daten auf der Agenda. Auch wichtige Unternehmensnachrichten blieben dünn gesät. Im Euro-Stoxx-50 sammelten sich trotz wieder gesunkener Ölpreise Energiewerte weit oben auf der Kurstafel. So zogen Eni um 1,42 Prozent an, Enel legten 1,10 Prozent zu und Repsol gewannen 1,43 Prozent. Auch Total erhöhten sich um 0,74 Prozent.

Dagegen verloren ASML marginale 0,03 Prozent, obwohl gleich mehrere Analystenhäuser - darunter die Societe Generale, JPMorgan, UBS und Goldman Sachs - ihre Kursziele für die Aktien des Chipherstellers angehoben hatten. Am Vortag hatte das Unternehmen besser als erwartet ausgefallene Jahreszahlen und einen erfreulichen Ausblick vorgelegt.

In Frankfurt richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger zudem auf eine Übernahmeofferte für den früher unter Gildemeister firmierenden Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori Seiki. Am Mittwochabend hatte der gleichnamige japanische Partner DMG Mori Seiki eine Offerte von 27,50 Euro je Aktie in bar veröffentlicht. Dies dürfte in den nächsten Wochen die Untergrenze für den Kurs markieren, kommentierte ein Händler. DMG-Aktien starteten am Donnerstag mit einem Kurssprung von plus 11,88 Prozent in den Handel.