Europas Leitbörsen uneinheitlich

Im Frühhandel

Europas Leitbörsen uneinheitlich

Der Euro-Stoxx-50 stieg 0,69 Prozent auf 3.029,38 Einheiten.

Die Leitbörsen in Europa haben sich am Donnerstagvormittag mit uneinheitlicher Tendenz gezeigt. Der Euro-Stoxx-50 stand kurz nach 10.00 Uhr mit plus 0,69 Prozent bei 3.029,38 Einheiten. Der DAX in Frankfurt stieg 0,66 Prozent auf 8.999,05 Punkte. In London zeigte sich der FT-SE-100 hingegen mit minus 0,63 Prozent auf 6.359,44 Punkte.

Nach schwächerem Start konnten zahlreiche Indizes ihre Kursverluste angesichts guter Konjunkturdaten aus Deutschland wettmachen und schafften sogar schon den Sprung ins Plus. Im Frühhandel hatten vor allem die schwachen Vorgaben von den Übersee-Börsen auf die Kurse gedrückt.

Die deutsche Wirtschaft ist mit Schwung in das vierte Quartal gestartet. In der Industrie zogen die Geschäfte im Oktober wieder an, während sich das kräftige Wachstum bei den Dienstleistern leicht verlangsamte, wie aus einer Markit-Umfrage unter rund 800 Firmen hervorging. Der Einkaufsmanagerindex stieg um 0,2 auf 54,3 Punkte und blieb damit deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Für Bewegung an den Märkten sorgten zudem zahlreiche Unternehmensnachrichten. So haben die Aktien von Daimler trotz guter Quartalszahlen nachgegeben. Sie büßten 0,49 Prozent ein. Am Markt hieß es dazu: Die endgültigen Zahlen zum dritten Jahresviertel seien zwar stark gewesen, doch da der Neuigkeitswert wegen bereits veröffentlichter Eckdaten begrenzt sei, sei auch keine größere Kursreaktion zu erwarten gewesen.

Die Schwankungen an den Kapitalmärkten haben der Schweizer Großbank Credit Suisse einen kräftigen Schub gegeben. Im dritten Quartal konnte das Institut seinen Überschuss verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf 1,03 Milliarden Franken (854 Mio. Euro) mehr als verdoppeln. Das war noch besser als von Analysten erwartet. Die Aktien notierten allerdings 0,16 Prozent im Minus.

Aktien von Orange konnten nach Zahlenvorlage hingegen um 2,24 Prozent zulegen. Der französische Telekomkonzern hat dem Preiskampf in Frankreich mehr entgegenzusetzen als gedacht. Zwar schrumpfte der Umsatz, aber Analysten hatten mit noch stärkeren Rückgängen gerechnet. Zudem hat das früher unter dem Namen France Telecom bekannte Unternehmen die für das Gesamtjahr angepeilten Einsparungen bereits nach neun Monaten eingefahren.

Ein enttäuschender Sommer in Europa, Preisdruck in vielen Ländern und die Schwächen im Hoffnungsmarkt China haben den Konsumgüterkonzern Unilever im dritten Quartal belastet. Der Umsatz ging konzernweit um zwei Prozent auf 12,2 Milliarden Euro zurück. Die Aktien rutschten 3,23 Prozent ab.

Ebenfalls unter Druck gerieten Tesco und büßten 5,33 Prozent ein. Der angeschlagene britische Einzelhandelskonzern hat im ersten Halbjahr wie erwartet einen herben Gewinneinbruch verbucht.