Der Börsesaal in Frankfurt.

Kursgewinne

Europas Leitbörsen weiter im Aufwind

Die europäischen Finanzmärkte setzen den Aufwärtstrendend fort.

Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag an die Erholung vom Wochenschluss angeknüpft und die Sitzung einheitlich mit sehr fester Tendenz beendet. Der Euro-Stoxx-50 schloss mit einem deutlichen Plus von 2,44 Prozent bei 2.860,75 Punkten.

Lage in Japan stablisiert sich
Die Lage in Japan scheine nicht ganz so "düster" zu sein wie befürchtet, kommentierte ein Marktteilnehmer. Die Ratingagentur Moody's geht davon aus, dass die japanische Wirtschaft bereits im zweiten Halbjahr 2011 wieder wachsen werde. Solange die Lage in Libyen nicht außer Kontrolle gerate, dürften sich Investoren erst einmal wieder auf Aktien konzentrieren, hieß es am Markt.

Telekomsektor besonders stark
In einem Branchenvergleich präsentierte sich der Telekomsektor von seiner besten Seite. Der entsprechende Branchenindex im Euro-Stoxx-50 rückte um 4,03 Prozent vor. Wegweisend für die sehr positive Branchentendenz war die Aktie der Deutschen Telekom, die um 11,26 Prozent auf 10,67 Euro nach oben kletterte.

Deutsche Telekom vor Mega-Deal in den USA
Die Deutsche Telekom hat ihr zuletzt schwächelndes Mobilfunkgeschäft in den USA für rund 28 Mrd. Euro an den US-Telekomkonzern AT&T verkauft. Die Telekom wird damit bis zu acht Prozent des US-Branchenführers erhalten und größter Minderheitsaktionär von AT&T werden. Analysten erwarten allerdings, dass die Wettbewerbshüter in den Vereinigten Staaten den Zusammenschluss genau unter die Lupe nehmen werden.

Angetrieben von diesen Nachrichten konnten Telekomunternehmen auf dem gesamten Kontinent beträchtliche Kursgewinne erzielen. France Telecom gingen mit einem Kursaufschlag von 3,53 Prozent auf 15,54 Euro aus dem Handel. Zudem wollen die Franzosen einem Zeitungsbericht zufolge ihren Anteil am marokkanischen Telekomunternehmen Medi Telecom erhöhen. Hellenic Telecom (plus 5,78 Prozent auf 8,24 Euro) waren ebenfalls gut gesucht, hier hält die Deutsche Telekom einen Anteil von 30 Prozent.

Niederländische ING stark nachgefragt
Gut gesucht waren in einem sehr starken europäischen Branchenumfeld auch die Papiere der niederländischen ING. Die Aktie verteuerte sich um 3,58 Prozent auf 8,97 Euro. In Amsterdam berichtete eine Person aus anonymen Kreisen, dass General Motors (GE) an der US-Onlinebank des Finanzdienstleisters interessiert ist. Die Wertpapierexperten von Oddo & Cie. hoben daraufhin ihr Anlagevotum für ING von "add" auf "buy".

Swiss Re schätzt Beben-Schäden in Japan gering ein
Eine erste, unerwartet geringe Schätzung für die Schäden aus dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan hat Swiss Re veröffentlicht. Der Schweizer Rückversicherer rechnet mit einer eigenen Schadensbelastung von 1,2 Mrd. Dollar (849 Mio. Euro). Die Aktie des Unternehmens schloss mit einem Kursgewinn von 1,70 Prozent bei 50,85 Franken.

Börse          Index          Schluss       Diff (P)    Diff (%)
 Wien           ATX            2.826,91     + 37,77       +1,35
 Frankfurt      DAX            6.816,12     +151,72       +2,28
 London         FT-SE-100      5.786,09     + 68,00       +1,19
 Paris          CAC-40         3.904,45     + 94,23       +2,47
 Zürich         SPI            5.659,92     +111,59       +2,01
 Mailand        FTSE MIB      21.527,11     +330,01       +1,56
 Madrid         IBEX-35       10.574,40     +246,00       +2,38
 Amsterdam      AEX              356,70     +  6,29       +1,80
 Brüssel        BEL-20         2.627,42     + 60,24       +2,35
 Stockholm      SX Gesamt        354,61     +  5,12       +1,46
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.860,75     + 68,14       +2,44