Europas Leitbörsen zu Mittag einheitlich im Plus

Optimistische Stimmung

Europas Leitbörsen zu Mittag einheitlich im Plus

Positive Reaktion auf Beschlüsse der japanischen Notenbank.

Die Börsen Europas haben am Mittwoch mit klaren Gewinnen auf die jüngsten Beschlüsse der japanischen Notenbank reagiert. Da zudem kaum jemand damit rechnet, dass die US-Notenbank die Märkte heute Abend mit einer Zinsanhebung aufschrecken wird, war die Stimmung in den Handelsräumen allgemein von Optimismus geprägt. Vor allem Finanzwerte legten zu.

Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 stieg 1,22 Prozent auf 3.000,93 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.00 Uhr mit 10.501,35 Punkten und plus 1,03 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London gewann 0,38 Prozent und steht nun bei 6.856,42 Stellen.

Die japanische Notenbank will die Wirtschaft weiter so schnell wie möglich ankurbeln und den Banken vor allem auf der Zinsseite durch verschiedene Maßnahmen Luft verschaffen. Das gab den japanischen Bankenwerten Auftrieb und dieser Funke sprang weltweit auf die gesamte Branche über, so dass der Bankensektor in Europa das größte Plus im Branchenvergleich erreichte.

Im Euro-Stoxx, dem Leitindex der Eurozone, waren die Titel der ING Favorit mit plus 3,6 Prozent. In London legten die Aktie der Bank Barclays an der "Footsie"-Spitze um 3,18 Prozent zu und im Pariser CAC-40 waren die Papiere der Credit Agricole mit plus 3,71 Prozent unter den größten Gewinnern zu finden. Die Aktie der Deutschen Bank konnte hingegen von den BoJ-Entscheidungen nicht profitieren und tendierten 0,22 Prozent leichter.

Die Anteilsscheine der Banco Santander stiegen um 2,5 Prozent, während die der Royal Bank of Scotland (RBS)um 1,3 Prozent nachgaben. Die seit der Finanzkrise größtenteils verstaatlichte britische Bank muss auf ihrem Sanierungskurs laut der "Financial Times" einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Die spanische Großbank habe sich aus den offiziellen Gesprächen zur Übernahme der RBS-Filialtochter Williams & Glyn zurückgezogen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Banker. Grund sei eine zu hohe Preisvorstellung der Briten.

Schwächste Aktie im Euro-Stoxx war hingegen nach vorgelegten Halbjahreszahlen die von Inditex mit minus 1,22 Prozent auf 32,28 Euro. Die Mutter des Modehändlers Zara übertraf zwar die Erwartungen der Analysten, doch die Aktie ist inzwischen nicht mehr allzu weit von ihrem im Dezember 2015 erreichten Rekordhoch bei 35,375 Euro entfernt. Händler sprachen daher von "sell on good news". Die Eröffnung neuer Läden und das Online-Geschäft hatten das Wachstum bei Inditex weiter angetrieben.

In der Schweiz legten ABB um unterdurchschnittliche 0,14 Prozent zu. Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Investorentreffen trennte sich der Schweizer Industriekonzern von einem kleinen Teil der aktuell im Fokus stehenden Stromnetzsparte. Das Geschäft mit Hochspannungskabeln ist an den dänischen Stromkabel-Hersteller NKT Cables verkauft worden.