Wall-Street im Visier der Politik

US-Börse dürfte schwach starten

Sorgen um eine mögliche Abstufung Griechenlands dürfte auch den US-Aktienmarkt am Donnerstag belasten. Die Ratingagenturen S&P und Moody's erwägen, die Kreditwürdigkeit des Euro-Landes zu senken. Sollte Athen wesentlich von seinen Sparplänen abweichen, könnte die Bonitätsnote von "A2" gesenkt werden, sagte Pierre Cailleteau, Leiter der Staatenbewertung bei Moody's.

Nachdem die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA in der vergangenen Woche erneut überraschend gestiegen war, dehnten die Futures ihre Verluste weiter aus. "Ich habe gehört, dass Marktteilnehmer derzeit das Schlimmste befürchten, also etwas ähnliches wie die Asienkrise 1997", sagte Kim Caughey, Aktienmarktanalyst bei Fort Pitt Capital Group. "Wird mit Griechenland eine Abstufungswelle starten?" Gleichzeitig hob der Experte hervor, dass die übrigen Mitglieder der EU Griechenland im schlimmsten Fall retteten.

Außerdem dürften Anleger nochmals gespannt auf weitere Aussagen des US-Notenbankpräsidenten Ben Bernanke vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses warten. Die zweitägige Anhörung geht dort weiter. Am Vortag hatte er für einen langen Zeitraum sehr niedrige Leitzinsen signalisiert und damit die Aktienmärkte gestützt. Der schwache Arbeitsmarkt und die niedrige Inflation erforderten eine anhaltende Unterstützung der Konjunktur durch die US-Notenbank, sagte der Fed-Chef.

Halbleiterunternehmen wie Intel, AMD und Texas Instruments sollten Marktteilnehmer derweil unter den Einzelwerten im Blick behalten. Laut einer Analyse vom Marktforschungsunternehmen Gartner dürfte der weltweite Halbleiterumsatz im laufenden Jahr kräftig wachsen. Der Erlös werde um 19,9 % auf 276 Mrd. Dollar steigen, hieß es in der nach US-Handelsschluss veröffentlichten Analyse. 2012 rechnen die Experten dann mit einem Überschreiten der 300-Milliarden-Dollar-Marke. Im übernächsten Jahr werde der weltweite Halbleiterabsatz bei 304 Mrd. Dollar liegen.

Zahlen gab es ebenfalls von einige Unternehmen. So konnte etwa der Generikahersteller Mylan mit den Zahlen zum 4. Quartal die durchschnittlichen Analystenerwartungen übertreffen. Der Lebensmittelkonzern H.J. Heinz übertraf mit seinem Quartalsgewinn ebenfalls die durchschnittlichen Analystenschätzungen.