Konjunkturdaten belasten

US-Börsen schließen mit Verlusten

Dow Jones sank um 115,30 Einheiten oder 0,88 Prozent auf 13.057,46 Zähler.

Die New Yorker Aktienbörse hat am Donnerstag mit Verlusten geschlossen. Marktteilnehmer verwiesen zur Begründung der trüben Anlegerstimmung auf schwindende Hoffnungen auf eine baldige geldpolitische Lockerung durch die Fed. Zudem belasteten laut Börsianern enttäuschende Konjunkturdaten vom Arbeits- und Immobilienmarkt.

Der Dow Jones Industrial Index fiel um 115,30 Punkte oder 0,88 Prozent auf 13.057,46 Einheiten. Der S&P-500 Index gab 11,41 Punkte (minus 0,81 Prozent) auf 1.402,08 Zähler nach und der Nasdaq Composite Index verringerte sich um 20,27 Einheiten oder 0,66 Prozent auf 3.053,40 Zähler.

Zwar löste das gestern veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed kurzzeitig verstärktes Hoffen auf eine neuerliche Geldschwemme der Zentralbanker aus. Jedoch unterminierten Aussagen des Notenbankpräsidenten von St. Louis, James Bullard, diese Hoffnungen. Denn Bullard bezweifelte gegenüber dem Nachrichtensender CNBC, ob die vorliegenden Statistiken das von den Anlegern ersehnte, "gigantische" Einschreiten der Zentralbanker rechtfertige.

Überwiegend negativ aufgenommen Konjunkturdaten bremsten ebenfalls die Kauflaune der Anleger. So waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gestiegen. Zudem blieb der Anstieg bei den Verkäufen neuer Häuser im Juli etwas hinter den Erwartungen zurück.

Unterdessen geht das Ringen in Europa um eine Lösung der Finanzkrise weiter. Deutschland erteilte am Donnerstag den Griechen eine Absage, die mehr Zeit für ihre Sparbemühungen verlangen. Die Anleger stellten sich angesichts der aktuellen Lage auf noch mehr Gegenwind in der Finanzkrise ein, sagte ein Marktbeobachter.

Unter den Einzelwerten rasselten Hewlett-Packard (HP) mit einem satten Abschlag von 8,15 Prozent auf 17,64 Dollar ans untere Ende des Dow Jones. Milliardenschwere Abschreibungen auf die Servicesparte haben den US-Technologiekonzern massiv in die Verlustzone getrieben. Im dritten Geschäftsquartal hat HP einen Fehlbetrag von 8,85 Mrd. Dollar verbucht. Es seien Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt 10,8 Mrd. Dollar vorgenommen worden, teilte das Unternehmen mit.

Zu den Höchstverlierern gesellten sich auch Boeing und sackten um 3,35 Prozent auf 70,36 Dollar ab. Bereits vor Börsenöffnung hat die australische Fluggesellschaft Qantas beim US-Flugzeughersteller Boeing 35 Bestellungen annulliert. Es handle sich um Maschinen vom Typ 787. Weitere 15 bereits bestellte Flugzeuge des Typs sollen aber wie geplant angeschafft werden, teilte Qantas mit. Laut Listenpreisen wird damit ein Auftrag im Wert von 8,5 Mrd. Dollar storniert.