Verluste an der Wall Street

US-Börsen

Verluste an der Wall Street

Die US-Aktienmärkte sind am Dienstag mit Verlusten aus dem Handel gegangen.

Nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank konnten die Indizes ihre anfangs deutlicheren Abgaben jedoch eingrenzen. Wie von einigen Marktteilnehmern vermutet, hatten die Notenbanker angekündigt, auslaufende Kreditpapiere künftig in langlaufende Staatsanleihen reinvestieren zu wollen. Erwartungsgemäß blieb die Fed jedoch bei ihrem Wortlaut, dass ein "außergewöhnlich niedriges Zinsniveau über einen längeren Zeitraum" erforderlich sei. Börsianer sahen in beidem Signale, dass die Fed entschlossen gegen einen möglichen Rückfall in die Rezession vorgehen wolle. Zuvor hatten auch enttäuschende Konjunkturdaten aus China und den USA die Kurse belastet.

Der Dow Jones Industrial Average verlor schließlich 0,51 Prozent auf 10.644,25 Punkte, hatte aber zuvor sein Tagestief bei 10.552 Zählern markiert. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 0,60 Prozent auf 1.121,06 Punkte und hatte zwischenzeitlich gar die von Chartanalysten vielbeachtete 200-Tage-Linie unterschritten. An der Technologiebörse Nasdaq gab der Composite-Index um 1,24 Prozent auf 2.277,17 Punkte nach. Der Auswahlindex Nasdaq 100 schloss mit einem Minus von 0,83 Prozent bei 1.899,24 Punkten.

Im Technologie-Sektor standen nach Analystenkommentaren vor allem Halbleiterwerte wie Intel oder Advanced Micro Devices (AMD) im Blickfeld. Aktien des Chipriesen Intel verloren 3,92 Prozent auf 19,84 US-Dollar, nachdem die Experten von Baird und Barclays die Papiere abgestuft hatten. Barclays hatte gleichzeitig auch die Einstufung für die Aktien von AMD gesenkt, die gar um 7,95 Prozent auf 6,83 Dollar abrutschten. Zuvor hatte der taiwanesische Auftragsfertiger TSMC zwar Rekord-Monatsumsätze vorgelegt, allerdings gleichzeitig vom Erreichen des Zenits gesprochen.

Papiere des Aluminiumkonzerns Alcoa gaben um 2,66 Prozent auf 11,35 Dollar nach und waren nach Intel der größte Verlierer im Leitindex Dow Jones. Händler machten die jüngsten Konjunkturdaten aus China dafür verantwortlich, dass Rohstoff- und Materialwerte im Allgemeinen verkauft wurden. Das enttäuschend ausgefallene Importwachstum veranlasse zur Sorge, dass sich das Wirtschaftswachstum im Land der aufgehenden Sonne verlangsamen und so die weltweite Nachfrage zurückgehen könnte.

Nach unten ging es auch bei den Energiewerten. Sorgen vor einer lahmenden Nachfrage aus China lasteten auch auf dem Ölpreis. Für Öl der US-Sorte WTI wurde zwischenzeitlich gar weniger als 80 Dollar pro Fass gezahlt. ExxonMobil und Chevron gaben um 0,83 und 0,32 Prozent nach.

Besser erging es dagegen den defensiven Unternehmen aus der Pharmabranche. Merck & Co und Pfizer führten im Dow Jones die Gewinnerliste mit einem Plus von 1,16 und 0,91 Prozent an. Aktien von Walt Disney schlossen vor den nachbörslich veröffentlichten Quartalszahlen ebenfalls mit 0,37 Prozent im Plus. Anteilsscheine von Novell sackten dagegen um 3,16 Prozent ab, nachdem der Anbieter von Infrastruktur-Software den Umsatzausblick für das dritte Quartal gekürzt hatte.