Wiener Börse schließt höher

ATX im Plus

Wiener Börse schließt höher

 Immofinanz bekommt schwaches Russland-Geschäft zu spüren.

Die Wiener Börse hat am Dienstag mit einem kleinen Plus geschlossen. Der ATX stieg 2,25 Punkte oder 0,10 Prozent auf 2.292,78 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund acht Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.301 Punkten.

Der Wiener Börsenhandel fand ähnlich den übrigen europäischen Indizes bis zum frühen Nachmittag keine klare Richtung. Die überraschende Aufwärtsrevision des US-Wirtschaftswachstums im dritten Quartal von annualisiert 3,5 auf 3,9 Prozent verlieh dann kurzzeitig Auftrieb. Demgegenüber stellten enttäuschende Nachrichten zu den Verbrauchern in den USA diese Tendenz im Späthandel auf den Kopf.

Denn die Laune der Konsumenten hat sich dort im November überraschend und deutlich eingetrübt. Der Index für das Verbrauchervertrauen fiel um 5,4 Punkte auf 88,7 Punkte, während Experten ein Plus auf 96,0 Punkte prognostiziert hatten. Auch der Wert für Oktober wurde von 94,5 auf 94,1 Punkte nach unten revidiert. Infolge schwächelten auch die New Yorker Aktienmärkte und auch an Europas Indizes schmolzen die Gewinne dahin, der ATX konnte sich knapp über der Nulllinie halten.

Eine Mitarbeiterin des Conference Board, welches das Verbrauchervertrauen erhebt, machte die getrübte Konsumentenstimmung in den USA an Sorgen vor kurzfristigen Entwicklungen fest. Der derzeitige Zustand des Arbeitsmarktes und des Unternehmensklimas werde weniger positiv wahrgenommen, erläuterte sie. Da schaffe auch mittelfristiger Optimismus nur bedingt Abhilfe.

Unterdessen pausierte die Berichtssaison an der Wiener Börse noch, die nächsten Quartalszahlen werden von den Immobilienkonzernen Conwert und CA Immo vorgelegt. Conwert tendierten mit minus 0,25 Prozent bei 9,43 Euro, CA Immo sanken um 0,91 Prozent auf 15,19 Euro.

Ein weiterer Immobilienkonzern hadert derzeit mit dem mäßigen Geschäft in Russland, die Immofinanz bekommt dort den Wirtschaftsabschwung seit dem Sommer verstärkt zu spüren. Weil viele Mieter in den insgesamt fünf russischen Immofinanz-Einkaufszentren durch den schwachen Rubel mit Erlösrückgängen kämpfen, komme man ihnen mit Mietsenkungen entgegen, sagte CEO Eduard Zehetner in einem Reuters-Interview. Immofinanz tendierten kaum verändert mit minus 0,09 Prozent bei 2,35 Euro.

Europaweit schwächelten Werte aus der Öl- und Gasbranche im Vorfeld der viel beachteten OPEC-Ölkartellsitzung am Donnerstag. Auswahlaktien der Branche fielen im Euro-Stoxx-600 um 1,0 Prozent, in Wien verloren OMV 0,69 Prozent auf 25,13 Euro.

Telekom Austria reagierten mit plus 0,09 Prozent bei 5,44 Euro kaum auf die abgeschlossene Kapitalerhöhung des Konzerns. Am Vorabend wurde nachbörslich der Nettoerlös der Transaktion von rund 997 Mio. Euro mitgeteilt.