Herbst (Bild) ersetzt Coreth

Flughafen Wien mit neuem Aufsichtsratsvorsitz

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Der erwartete Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats des Flughafen Wien ist nun tatsächlich vollzogen. Wie der Flughafen in einer Aussendung mitteilte, hat Rechtsanwalt Christoph Herbst nun Johannes Coreth als Aufsichtsratspräsident abgelöst. Als Kleinaktionärsvertreter wurde Burkhard Hofer gewählt. Der als Intimus des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll (V) geltende Coreth bleibt als einfaches Mitglied im Aufsichtsrat.

Herbst wurde als Opferanwalt im Inzestfall von Amstetten bekannt. Im BAWAG-Strafprozess agierte der Wirtschaftsrechtsexperte als Anwalt des mitangeklagten früheren BAWAG-Wirtschaftsprüfers. Der Flughafen Wien-Aufsichtsrat setzt sich nun wie folgt zusammen: Aufsichtsratsvorsitzender Christoph Herbst, 1. Vorsitzender-Stellvertreter Karl Samstag. Ex-Generaldirektor der Bank Austria Creditanstalt AG, 2. Vorsitzender-Stellvertreter Alfred Reiter, Ex-Vorstandsvorsitzender der Investkredit Bank. Weitere Mitglieder sind Johannes Coreth, Generaldirektor-Stellvertreter Niederösterreichische Versicherung, Burkhard Hofer, EVN-Generaldirektor, Franz Lauer, ehemaliger Generaldirektor Wiener Städtische Versicherung, Hans-Jörgen Manstein vom Manstein Zeitschriftenverlag, Alfons Metzger von der Metzger Realitäten Gruppe und Karl Skyba, ehemaliger Generaldirektor der Wiener Stadtwerke Holding.

Weiters gehören dem Aufsichtsrat als Arbeitnehmervertreter Manfred Biegler, Heinz Wessely, Dieter Rozboril, Thomas Schäffer und Karl Hromadka an.

Keine Prüfungsangst

Beim mittlerweile gestoppten Bau des Flughafenterminals Skylink sei es "unbestritten" zu Fehlern gekommen, sagte der heute neu bestellte Aufsichtsratspräsident des Flughafen Wien, Christoph Herbst in der "ZiB2" des ORF. Eine Kriminalisierung der Vorgänge durch Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft halte er aber für falsch. Der Flughafen habe "keine Prüfungsangst", sehe aber keine Prüfkompetenz des Rechnungshofs, so der Anwalt. Die nun beschlossene Sonderprüfung sollte dazu dienen, Fehler aufzudecken, aus denen gelernt werden könnte.

Herbst sieht in der heute beschlossenen aktienrechtlichen Sonderprüfung durch eine bayerische Kanzlei eine "bedeutend schärfere Waffe" als in einer Rechnungshofprüfung. Die Sonderprüfung solle klären, wie weit die "sogenannte Kostenexplosion" beim Skylink durch Fehler bzw. durch eine Veränderung des ursprünglichen Projekts, etwa durch Auflagen, entstanden sei.

Auch das Land Niederösterreich sei nicht gegen eine Sonderprüfung, meinte Herbst. Das Land NÖ habe sich zwar heute bei der außerordentlichen Hauptversammlung der Stimme enthalten, "aber nur in Bezug auf die Person des Sonderprüfers", so der neue AR-Vorsitzende. Nun müsse das Ergebnis der Sonderprüfung abgewartet werden, um eventuell Konsequenzen zu ziehen.

Die Bauarbeiten zum Skylink sollen laut Herbst Anfang nächsten Jahres wieder aufgenommen werden. Er hoffe, dass der Rahmen von 830 Mio. Euro signifikant unterschritten werden könne.

Herbst wurde als Opferanwalt im Inzestfall von Amstetten bekannt. Im BAWAG-Strafprozess agierte der Wirtschaftsrechtsexperte als Anwalt des mitangeklagten früheren BAWAG-Wirtschaftsprüfers. Im Aufsichtsrat des Flughafen Wien sitzt der Anwalt seit rund sieben Jahren.

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