Frauen arbeiten 208 Stunden mehr als Männer

Weltfrauentag

Frauen arbeiten 208 Stunden mehr als Männer

Aber: Sie bekommen um 39 % weniger Gehalt als Männer

Sie wollen nicht so recht in unsere Zeit passen: Studien anlässlich des Weltfrauentages am 8. März rütteln jedes Jahr aufs Neue wach. Wir haben für Sie die spannendsten Facts zum Status quo der Frauen in Österreich zusammengetragen:

208 Stunden mehr Arbeit, 39 Prozent weniger Gehalt

  • Mehr Arbeit: Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) ließ erheben, wie es in Österreich um Geschlechtergerechtigkeit bestellt ist. Ihr Fazit: Frauen arbeiten – unbezahlte Arbeit eingerechnet – 45,7 Stunden pro Woche, während es bei Männern nur 41,7 sind. Aufs Jahr gerechnet macht das 208 Stunden mehr Arbeit.
  • Weniger Lohn: Gleichzeitig ist die Gehaltsschere immer noch gewaltig. Laut Statistik Austria verdienten Frauen 2014 insgesamt 39 % weniger als Männer. Ein Grund: 47 % von ihnen sind Teilzeitbeschäftigte. Auch bei vollzeitbeschäftigten Frauen lagen die Einkommen um 18 % unter jenen der Männer.
  • 900 Euro fehlen: Laut Studie der Allianz bräuchten Frauen 2.400 Euro im Monat. Aber: Sie bekommen im Schnitt nur 1.490 Euro.
  • Abhängigkeit: Das führt unter anderem dazu, dass 73 % der Frauen nicht in der Lage sind, ihren Lebensstandard alleine zu sichern. Das zeigt eine Studie der Erste Bank.
  • Politik: Kein Vorbild in Sachen Frauenanteil ist die heimische Politik. Im Parlament beträgt er 31 %, während es in Schweden 44 % sind. Bei den Bürgermeistern liegt der Anteil gar nur bei 6 %. Von 21 Regierungschefs in der EU sind übrigens nur 3 Frauen.

 

Karmasin: »Müssen die Väter einbeziehen«

ÖSTERREICH: Ihre Studie zeigt, dass Hausarbeit zwischen Frauen und Männern hierzulande immer noch sehr ungleich verteilt ist …

Sophie Karmasin: Nicht nur das. Wir sehen in der Studie auch, dass Frauen insgesamt mehr arbeiten, wenn man bezahlte und unbezahlte Arbeit betrachtet. Das ist ein Ungleichgewicht, das hier vorherrscht und aus dem wir politische Schlüsse ziehen müssen.

ÖSTERREICH: Die wären?

Karmasin: Es geht darum, dass Kinderbetreuungseinrichtungen besser und qualitativer ausgebaut werden müssen. Wir sind da noch nicht auf dem Stand, den wir uns vorstellen.

ÖSTERREICH: Sie wollen auch die Väter verstärkt in die Pflicht nehmen?

Karmasin: Wir werden keine wirkliche Gleichstellung schaffen, wenn wir die Väter nicht entsprechend einbeziehen. Deshalb gibt es jetzt beim Kindergeldkonto auch finanzielle Anreize für alle, die halbe-halbe machen. (knd)