80 Piloten werden die AUA verlassen

Betriebsversammlung

80 Piloten werden die AUA verlassen

Durch die Protest-Veranstaltung kam es zu Ausfällen und Verspätungen.

 Bei der gestrigen Betriebsversammlung des AUA-Bordpersonals kochten die Emotionen hoch. „Es ist schäbig, wie die Firma mit den Menschen umgeht. Wir waren doch einmal eine Familie“, so ein AUA-Mitarbeiter.

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AUA-Piloten protestieren

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    Betriebsrat gibt Piloten das Signal zu bleiben
    Der Betriebsrat schwor die rund 600 anwesenden Kollegen auf einen langen Kampf gegen den umstrittenen Betriebsübergang auf die Tyrolean-Kollektivverträge ein. Unter Tränen verkündete eine Flugbegleiterin vor allen ihren Abschied. Insgesamt verlassen mit Stand vom Donnerstag 80 der knapp 600 Piloten fix die AUA – inklusive jener 43, die schon zuvor einvernehmliche Trennungen unterschrieben hatten. Auch 170 Flugbegleiter gehen wegen des Betriebsübergangs.

    Einen befürchteten Massenexodus mit bis zu 300 Piloten-Kündigungen, die den Flugbetrieb in den nächsten Wochen ins Chaos gestürzt hätten, gibt es also nicht. Am Freitag mussten allerdings wegen der Betriebsversammlung zwischen 9.30 und 12 Uhr vier Flieger am Boden bleiben, 13 Flüge hoben mit Verspätungen ab.

    Die Frist für weitere Kündigungen endet mit 29. Mai. „Ich denke, es werden noch einige dazukommen“, sagt Bord-Betriebsratschef Karl Minhard. Er selbst fliegt weiter für die AUA. Auch sein Vize Wolfgang Widmann bleibt an Bord. Von 17 AUA-Bord-Betriebsräten gehen zwei Piloten. „Wären auch wir gegangen, dann wäre der Kollaps perfekt gewesen“, sagt Minhard. Die Reaktionen auf sein Bleiben seien „überwältigend“ gewesen. Immer wieder gab es lauten Applaus der 600 Kollegen. Viele seien nur weiter an Bord, weil er bleibt. Jetzt will er Zugeständnisse vom Management sehen. Sprich: Weitere Verhandlungen.

    AUA wird jetzt ein Fall für das Höchstgericht
    Gegen drohende arbeitsrechtliche Verschlechterungen durch den Betriebsübergang laufen mehrere Klagen des Betriebsrats. Nächste Woche wird die Gewerkschaft vor den Obersten Gerichtshof (OGH) ziehen – der soll den Betriebsübergang für ungültig erklären. Ein Urteil erwartet Minhard noch heuer.

    Auf der nächsten Seite der Live-Ticker zum Nachlesen!


    12:00: Der AUA-Betriebsrat erwartet 80 Abgänge von Piloten, außerdem dürften 170 Flugbegleiterinnen die AUA verlassen.

    11:54: Die heutige Betriebsversammlung ist beendet, bis 12:40 Uhr sollten alle Flüge wieder planmäßig unterwegs sein.

    11:49: Immer wieder verlassen Crews grüppchenweise die Versammlung, um ihren Dienst an Bord anzutreten. Damit halten sich Verspätungen einiger Flüge in engeren Grenzen als beim letztenmal.

    11:40: Von Verspätungen mit 45 Minuten oder mehr sind folgende Flüge betroffen: Varna (OS763), Erbil (OS829), Amman (OS853), Sofia (OS795) und Larnaca (OS831).

    11:34: Langanhaltender Applaus als Bord-Betriebsratschef Karl Minhard verkündete, er wolle weiterkämpfen. Im Vorfeld waren nämlich Rücktrittsspekulationen um maßgebliche Betriebsräte im Raum gestanden.

    11:28: Einige Flüge werden um ein paar Stunden später abheben, darunter die Vormittags-Langstrecken (New York, Washington und Toronto). Drei Kurse (Stuttgard, Bagdad, Antalya) hat die AUA schon gestern vorsorglich gestrichen.

    11:20: Die Stimmung der Teilnehmer beim Eintreffen zur Versammlung war heute gedämpft, anders als bei ähnlichen Versammlungen der letzten Wochen und Monate. Auch sind merklich weniger Bord-Crewangestellte erschienen.