AUA: Rund 300 Mitarbeiter kündigen

Betriebsübergang

AUA: Rund 300 Mitarbeiter kündigen

Mehr als 100 Piloten und 200 Flugbegleiterinnen werden Airline verlassen.

Am Freitag waren es 80 AUA-Piloten, die wegen des per 1. Juli kommenden ­Betriebsübergangs auf die günstiger operierende Tochter Tyrolean ihren Abschied eingereicht hatten – über Pfingsten sind noch einige hinzugekommen. Mit Stand gestern Nachmittag soll es 100 bis 110 Piloten-Abgänge geben, heißt es. Auch rund 200 Flugbegleiter sollen sich inzwischen entschieden haben, die Airline zu verlassen. Offizielle Zahlen gibt es freilich noch keine.

Altkapitäne gehen
Das Bordpersonal hat im Rahmen des Betriebsübergangs ein sogenanntes Sonderkündigungsrecht, das erlaubt, bei voller Abfertigung freiwillig zu gehen. Vor allem interessant ist das für die dienstältesten AUA-Kapitäne – ihnen winken Zahlungen in Höhe von bis zu 39 Monatsgehältern, also rund 500.000 Euro.

Die lukrativen Altverträge haben rund 300 Piloten, die Hälfte davon sind Kapitäne. Insgesamt betrifft der Tyrolean-Umstieg 600 Piloten und 1.500 Flugbegleiter. Zum Abflug entschlossen hätten sich bisher nur Bordmitarbeiter, die noch im alten Kollektivvertrag sind, heißt es.

Bis 2. Juni läuft laut AUA die 30-tägige Frist, innerhalb derer sich die Piloten und Flugbegleiter zum Bleiben oder Gehen entscheiden müssen. Die Belegschaftsvertretung hatte empfohlen, sich bis Dienstag, 24 Uhr, zu entscheiden.

AUA will Mitarbeiter halten
Betriebsratschef Karl Minhard bleibt an Bord, ebenso sein Stellvertreter Wolfgang Widmann. Das AUA-Management setzt alles daran, die Mitarbeiter zu halten. Airline-Boss Jaan Albrecht versuchte in den letzten Tagen verstärkt, Piloten in ­Einzel- und Gruppengesprächen von einer Zukunft in der Airline zu überzeugen.

Gefahr für Urlaubsflüge?
Die befürchtete „Massenflucht“ (bis zu 300 Piloten) aus der AUA dürfte es jedenfalls nicht geben. Das Management befürchtet derzeit keine Engpässe im Sommer-Flugbetrieb wegen Crew-Mangels. Über Pfingsten fiel bis auf zwei Flüge (zwischen Wien und Bologna) keine der 1.100 AUA-Verbindungen aus.

A. Sellner

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