Bank Austria plagen Kreditvorsorgen in Osteuropa

439 Mio Kreditrisiken

Bank Austria: Nettogewinn mehr als halbiert

Die UniCredit-Tochter hat das 1. Quartal 2010 mit 242 Mio. Euro Nettogewinn abgeschlossen - im Vergleich zum Vorjahresquartal (547 Mio. Euro) ein Rückgang um 56 %, gegenüber dem schwachen 4. Quartal 2009 (129 Mio.) allerdings ein Plus von 87 %.

Das Betriebsergebnis fiel mit 778 Mio. Euro sowohl zur Vorjahresperiode (-31 %) als auch zum Vorquartal (-5 %) schwächer aus. Kreditrisiken in Höhe von 439 Mio. Euro drückten das Ergebnis. Das Vorsteuerergebnis lag mit 290 Mio. Euro um 60 % niedriger als im Vorjahr.

Bank Austria-Vorstandsvorsitzender Willibald Cernko spricht von einem "soliden Ergebnis". Es sei gelungen, die sinkende Tendenz des zweiten Halbjahres 2009 zu durchbrechen und das Quartalsergebnis gegenüber den beiden Vorquartalen deutlich zu steigern, so der Bank-Chef.

Cernko ortet eine Verbesserung der Situation der Bank: Die Risikokosten seien erstmals seit einem Jahr wieder gesunken, die CEE-Region habe internationales Vertrauen zurückgewonnen und die Volumina im kommerziellen Kundengeschäft seien gestiegen.

"CEE-Region bleibt Wachstumsmotor für Europa"

Die Bank Austria steuert als Sub-Holding der UniCredit-Gruppe ein Bankennetzwerk in Zentral- und Osteuropa mit mehr als 51.700 Mitarbeitern und rund 2.700 Filialen. Im mittel- und osteuropäischen Raum mache sich ein Aufschwung bemerkbar, verweist die Bank auf die BIP-Prognose für 2010 von 2,8 %, während die Wachstumserwartungen für den Euro-Raum mit 0,9 % deutlich schwächer sind. Aufgrund der einsetzenden Erholung nahmen die Risikovorsorgen in der CEE-Division ab.

Heuer Eröffnung von 100 Filialen geplant

Die CEE Region bleibt der Wachstumsmotor für Europa, und wir haben bereits wieder selektiv mit Investitionen in unser Bankennetzwerk begonnen", erklärte Federico Ghizzoni, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bank Austria. Heuer sollen insgesamt rund 100 Filialen eröffnet werden.

Die Division CEE erwirtschaftete im 1. Quartal ein Vorsteuerergebnis von 259 Mio. Euro, eine Steigerung gegenüber den beiden Vorquartalen jedoch ein Rückgang gegenüber der Vorjahresperiode (Q1 2009: 383 Mio. Euro). Dies sei praktisch ausschließlich auf den Rückgang des Handelsergebnisses in Folge der Normalisierung des Marktumfeldes zurückzuführen.

Der Zinsüberschuss der Bank Austria war im 1. Quartal mit 1,118 Mrd. Euro fast auf Höhe des Vorquartals (-1 %), aber um 16 % geringer als im 1. Quartal 2009. Damals habe die expansive Geldpolitik zu einem scharfen Rückgang der Marktzinsen geführt, was sich im Zinsertrag niederschlug (Q1 2009: 1,335 Mrd. Euro).

Der Provisionsüberschuss blieb mit 470 Mio. Euro zwar um 5 % hinter dem 4. Quartal 2009, legte aber gegenüber dem 1. Quartal 2009 um 3 % zu (Q1 2009: 457 Mio. Euro). Dies sei auf die wieder leicht anziehende Nachfrage im Wertpapier- und Vermögensverwaltungsgeschäft zurückzuführen.

Das Handelsergebnis sank im Vergleich zum Vorquartal um 14 % und im Vergleich zur Vorjahresperiode um 60 % auf 76 Mio. Euro (Q1 2009: 190 Mio. Euro). Dieser starke Rückgang gegenüber dem Vorjahr sei in dem hohen Trading Profit in CEE im 1. Quartal des Vorjahres begründet, der im Zuge der Normalisierung des Marktumfelds im weiteren Verlauf zu niedrigeren Erträgen führte.

Insgesamt lagen die Betriebserträge aus dem operativen Geschäft mit 1,695 Mrd. Euro knapp unter dem Vorquartal (-3 %), waren aber um 16 % niedriger als in der Vorjahresperiode (Q1 2009: 2,018 Mrd. Euro). Die Betriebsaufwendungen zeigten mit 916 Mio. Euro eine weiterhin flache Entwicklung und lagen um 1 % unter dem Vorquartal und mit 3 % nur leicht über dem 1. Quartal des Vorjahres (892 Mio. Euro).

Das Betriebsergebnis war mit 778 Mio. Euro um 5 % geringer als im 4. Quartal des Vorjahres, verglichen mit der Vorjahresperiode um 31 % niedriger (Q1 2009: 1,126 Mrd. Euro). Der Rückgang wird mit dem Zinsergebnis des Bereichs Markets sowie dem Handelsergebnis der CEE-Division begründet.

Kreditrisiko zum Vorjahr nur leicht gesunken

Das Kreditrisiko drückte mit 439 Mio. Euro deutlich aufs Ergebnis: Der Aufwand für das Kreditrisiko sank im ersten Quartal 2010 erstmals seit einem Jahr. Gegenüber der Vorjahresperiode sind die Kreditrisiken nur geringfügig gesunken (Q1 2009: 446 Mio. Euro). Im vierten Quartal 2009 fielen allerdings noch 655 Mio. Euro an.

Das Finanzanlageergebnis war mit 22 Mio. Euro positiv, aber deutlich geringer als in der Vorjahresperiode (Q1 2009: 47 Mio. Euro), was nach Angaben der Bank vor allem daran liegt, dass die Erfolgsbeteiligung an der polnischen UniCredit-Tochterbank vertragsgemäß Ende 2009 ausgelaufen ist.

Das Vorsteuerergebnis von 290 Mio. Euro konnte gegenüber dem schwachen Vorquartal mehr als verdoppelt werden (+161 Prozent), lag aber mit minus 60 % deutlich unter dem 1. Quartal des Vorjahres.

Nach Abzug der Ertragssteuern ergibt sich damit ein Konzernperiodenüberschuss von 255 Mio. Euro, was einer Steigerung von 92 % gegenüber dem 4. Quartal und einer Verringerung von 55 % gegenüber dem ersten Quartal 2009 entspricht. Nach Abzug der Anteile im Fremdbesitz beträgt der Konzernperiodenüberschuss (Anteile im Besitz der Eigentümer der Bank Austria) 242 Mio. Euro (+87 % gegenüber dem 4. Quartal 2009, aber 56 % unter dem ersten Quartal 2009).

Durch die von der UniCredit Group getragene Kapitalerhöhung habe sich die Kernkapitalquote Core Tier 1 auf 10 % erhöht. Damit sieht sich die Bank bestens gerüstet.