Umschichtungen wegen Bewertungsproblemen

Consultants-Sparte brachte Kärntner Hypo Probleme

Die Kärntner Hypo Alpe Adria Bank hat bereits vor der Übernahme durch die Bayerische Landesbank im Mai 2007 von "faulen" Beteiligungen gewusst, die in der sogenannten Consultants-Sparte geparkt waren. Wie die "Wiener Zeitung" berichtet, wurden 2006 eine Reihe von Beteiligungen aus diesem Bereich ausgelagert und die Consultants schließlich im März 2007 verkauft.

Mit ein Hintergrund für die Umschichtungen dürften Bewertungsprobleme gewesen sein, der Buchwert wurde 2006 von einem symbolischen Euro auf satte 8 Mio. Euro angehoben. Dies wiederum hängt wohl eng mit dem Auffliegen des Swap-Skandals im März 2006 zusammen. Zwei Jahre vorher hatte der damalige Hypo-Vorstandschef Wolfgang Kulterer 328 Mio. Euro an Verlusten aus Swaps nicht in die Jahresbilanz gebucht, sondern wollte sie auf 10 Jahre verteilt abschreiben.

Diese Vorgangsweise führte 2006 zur Aufhebung der Bilanz 2004. Diese musste neu geschrieben werden, die Bank wies plötzlich 99 Mio. Euro Verlust auf, Kulterer verlor deshalb in der Folge seinen Vorstandsjob und wurde später wegen Bilanzfälschung verurteilt.

Um die Verluste und die Eigenkapitalprobleme nicht ausufern zu lassen, wertete Kulterer die Leasing-Sparte und die Beteiligungen der Hypo in der Folgebilanz massiv auf, plötzlich war bilanztechnisch wieder genug Geld und Kapital vorhanden. Wie reell die Aufwertungen waren, blieb damals unklar. Nun stellt sich heraus, dass offenbar nicht alle Beteiligungen so werthaltig waren. Was offenbar damals schon - zumindest bankintern - klar war.

"Interne Deponie"

Denn 2006 waren 42 von 115 Beteiligungen in Kroatien, Serbien und Bosnien ais der Hypo Consultants ausgelagert worden. Als "interne Deponie", wie es die "Wiener Zeitung" nennt, fungierte die Hypo Alpe Adria Beteiligungen GmbH - eine Sub-sub-Tochter der Hypo International. Ursprünglich firmierte die 2004 gegründete Gesellschaft unter dem Namen Münzer Beteiligungs GmbH.

Geschäftsführer war ab März 2005 unter anderem der knapp vorher aus der Politik ausgeschiedene Kärntner Finanzlandesrat Karl Pfeifenberger (damals FPÖ). Im November 2006, als auch der Consultants-Verkaufsprozess so richtig ins Laufen kam, wurde die Firma umbenannt und konzernintern der Hypo Vermögensverwaltung GmbH zugeordnet. Pfeifenberger wurde abberufen, ein neues Management installiert, das Ende vergangenen Jahres ausgetauscht wurde.

Laut "Wiener Zeitung" weist die Bilanz für 2008 der Hypo Alpe Adria Beteiligungen GmbH als Anschaffungswert aller Beteiligungen Ende 2008 insgesamt 121 Mio. Euro aus. Davon musste die Gesellschaft 2007 und 2008 mehr als 43 Mio. Euro abschreiben. Auch der Verlust dieser beiden Jahre summiert sich auf mehr als 40 Mio. Euro. Ende 2008 betrug das negative Eigenkapital 40,1 Mio. Euro, die Verbindlichkeiten lagen bei knapp 118 Mio. Euro.

Um eine Überschuldung zu vermeiden, gab die Hypo Alpe Adria eine Patronatserklärung über 50 Mio. Euro ab. Wie sich das Beteiligungsportfolio seither entwickelt hat, ist noch unklar, Bankinsider sprechen aber hinter vorgehaltener Hand von "mehreren Totalausfällen", für die letztlich wieder die Mutter, also die Hypo Alpe Adria, geradestehen wird müssen.