Corporate Bonds boomen weiter

Unternehmensanleihen werden als zusätzliche Finanzierung zunehmend populärer. "2009 war ein Rekordjahr für Unternehmensemissionen, sowohl von der Anzahl, als auch vom Volumen her", sagte Regina Prehofer, Vorstandsdirektorin der BAWAG P.S.K., bei der Vorstellung der neuen UBM-Anleihe. 2009 wurden rund 20 Corporate Bonds mit einem Emissionsvolumen von 5,16 Mrd. Euro erstmalig an der Wiener Börse zugelassen, 2008 betrug das Volumen lediglich 752 Mio. Euro.

Heuer haben sich österreichische Unternehmen bereits rund 1 Mrd. Euro über Anleihen geholt. Noch vor dem Sommer sollen weitere 3-4 Bonds auf den Markt kommen, so Prehofer. Auch Lenzing-Chef Peter Untersperger hat einen Bond als Finanzierungsinstrument zuletzt nicht ausgeschlossen.

Corporate Bonds haben seit der Krise an Attraktivität gewonnen: Anleihen sind weniger volatil als Aktien, das Unternehmen holt sich das Geld nicht von der Bank, sondern von privaten oder institutionellen Anlegern, bestehende Kreditlinien werden nicht belastet und das aufgenommene Kapital muss erst am Ende der Laufzeit zurückgezahlt werden. Der Vorteil gegenüber Aktien besteht darin, dass das Unternehmen keine Anteile abgeben muss.

Für Anleger, insbesondere für Private, seien Bonds im Hinblick auf die niedrigen Sparbuchzinsen interessant, erläuterte der Leiter für Neuemissionen der RZB, Michael Bures. Die Leitzinsen sind momentan auf tiefem Niveau, es werde auch nicht erwartet, dass die EZB eine Zinserhöhung durchführt. Fixverzinste Anlagen seien daher besonders attraktiv, meinte Prehofer.

UBM holt sich mindestens 100 Mio. Euro

Nach Wienerberger, dem Linzer Baukonzern Swietelsky und der OMV begibt nun auch die an der Wiener Börse notierte UBM Realitätenentwicklung AG eine Unternehmensanleihe mit einem Volumen von zumindest 100 Mio. Euro. Je nach Marktsituation und Investorennachfrage sei eine Aufstockung bis 150 Mio. Euro möglich, gaben die UBM-Vorstände Karl Bier und Heribert Smole heute bekannt. Die Laufzeit wird 5 Jahre betragen, Zielgruppe der auf 500 Euro gestückelten Anleihe seien private Anleger. Leadmanager der Emission sind BAWAG P.S.K. und RZB.

Der Bond wird - wiederum abhängig von der Investorennachfrage - mit maximal 6 % verzinst, soll im geregelten Freiverkehr der Wiener Börse notieren und kann von 12. bis 13. April bei allen Banken und Sparkassen gezeichnet werden. Das genaue Emissionsvolumen sowie der Ausgabekurs werden bis kommenden Freitag festgelegt.

UBM wird den Erlös aus der Anleiheemission zur Verbesserung der Liquidität, zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten und zur Finanzierung neuer Projekte verwenden. Ein Teil des Geldes soll in die Errichtung der zweiten Baustufe des Poleczki Business Park in Warschau fließen, so Smole. Mit der Anleihe sichere man sich langfristige Liquidität, einen endfälligen Kredit auf 5 Jahre bekomme man von einer Bank nicht.

UBM hat im Vorjahr zwar schwarze Zahlen geschrieben, allerdings hat sich der Jahresüberschuss von 16,2 Mio. Euro auf 14,1 Mio. Euro reduziert. Das EBIT verringerte sich um fast ein Drittel auf 24,4 Mio. Euro, der Nettoumsatz betrug 197,6 Mio. Euro, nach 216,4 Mio. Euro im Jahr davor.