EuroStoxx/Frankfurter Börse

Wall Street stützt

Europas Leitbörsen schließen im Plus

 Mögliche Leitzinsherabsetzung gibt positiven Impuls.

An einem Ereignisreichen Handelstag konnten Europas Leitbörsen am Dienstag mit einem deutlichen Plus aus dem Handel gehen. Der Euro-Stoxx-50 verteuerte sich um 79,26 Einheiten oder 3,07 Prozent auf 2.662,88 Zähler.

   Der Vormittagshandel wurde von Einkaufsmanagerindizes aus China, Deutschland, Frankreich und der Eurozone geprägt. Darauf folgten positive Nachrichten von den Anleihenmärkten der Euro-Krisenländer Italien und Spanien.

   Gegen Mittag wurde bekannt, dass Analysten der Unicredit als auch der Commerzbank eine weitere Zinssenkung der EZB für möglich halten. Laut den Experten sei eine weitere Senkung des Leitzinses um 0,25 Prozent auf 0,50 Prozent im Rahmen des Denkbaren, hieß es.

   Ein freundliche Eröffnung an der Wall Street stützte Europas Börsen zusätzlich. Einerseits lagen die US-Immobiliendaten über den Erwartungen und andererseits konnten die Quartalsbilanzen einiger Blue Chips für positive Impulse sorgen.

   Laut Federal Housing Finance Agency (FHFA) hat sich die Erholung der Häuserpreise in den USA weiter fortgesetzt. Der FHFA-Hauspreisindex stieg von Jänner auf Februar um 0,7 Prozent und damit so stark wie seit neun Monaten nicht mehr. Die Verkauf neuer Häuser hat im März ebenfalls deutlich angezogen. Die Neubauverkäufe sind in den USA im März um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 417.000 Häuser gestiegen und damit stärker als von Experten erwartet.

   Dem Tagesverlauf folgend notierten Banken- und Versicherungswerte weiterhin mit plus 5,00 bzw. 3,96 Prozent an der Spitze in einem europäischen Branchenvergleich. Das Schlusslicht in einem ausschließlich positiven Branchenvergleich bildete die Finanzdienstleistungsbranche mit einem Zuwachs von 1,38 Prozent.

   Unter den Einzelwerten lag Societe Generale mit einem Kursgewinn von 7,06 Prozent an der Spitze des Euro-Stoxx-50. Die Titel des Elektronikkonzerns Schneider Electric notierten mit plus 5,92 Prozent an zweiter Stelle und gingen auf 56,35 Euro aus dem Handel. Der französische Elektronikkonzern musste bei der Quartalszahlenbekanntgabe einen um 3,7 Prozent gesunkenen Umsatz vermelden. Die Prognose für 2013 wurde von dem Unternehmen hingegen bestätigt, wonach der Erlös im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen soll.

   Am unteren Ende des Kurstableaus notierten RWE mit einem Plus von 0,21 Prozent vor der Deutschen Telekom mit plus 0,96 Prozent. Der französische Energiekonzern GDF Suez hat im ersten Quartal ein operatives Ergebnis (Ebitda) von fünf Mrd. Euro erzielt und damit um fünf Prozent weniger als noch im Vorjahreszeitraum. Verantwortlich dafür zeichneten dafür niedrigere Strompreise und Probleme in Belgien. Die Aktien des Energiekonzerns legten um 2,42 Prozent auf 16,305 Euro zu.

   Nach dem gestrigen Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals konnte die Fluglinie heute weitgehend zu ihrem normalen Flugplan zurückkehren. Lufthansa-Titel gewannen 3,86 Prozent auf 14,65 Euro.

   Der kriselnde ThyssenKrupp-Konzern treibt den Umbau weiter voran. Zusätzlich zu den bereits angekündigten Stellenstreichungen von 2.000 Mitarbeitern sollen Teile der Stahlsparte mit 1.820 Mitarbeitern zum Verkauf gestellt werden. Die Stahl-Titel verteuerten sich um 1,83 Prozent auf 13,64 Euro.

   Aus der Stahlbranche wurde von ArcelorMittal bekannt, dass nach langem Tauziehen die beiden Hochöfen in Ostfrankreich endgültig stillgelegt werden. ArcelorMittal-Anteilsschiene zogen um 3,36 Prozent auf 9,078 Euro an.