Europas Leitbörsen starten mit moderaten Abschlägen

Börse

Europas Leitbörsen starten mit moderaten Abschlägen

Schwache deutsche Exportdaten und angekündigter Rekordverlust bei der Deutschen Bank lasten auf der Stimmung.

Die Leitbörsen Europas sind nach einem bisher freundlichen Wochenverlauf am Donnerstag mit moderaten Abschlägen in den Handel gestartet. Der Euro-Stoxx-50 notierte gegen 9.40 Uhr mit minus 0,14 Prozent oder 4,48 Punkten bei 3.221,92 Einheiten.

Der DAX in Frankfurt verlor minimale 0,05 Prozent oder 4,95 Zähler auf 9.965,45 Punkte. In London zeigte sich der FTSE-100 mit minus 0,43 Prozent oder 26,94 auf 6.309,41 Punkte.

Getrübt wurde die Stimmung zum einen von schwachen Daten zu den deutschen Exporten. Wegen der schwachen Nachfrage aus großen Schwellenländern und der späten Sommerferien sind die Ausfuhren im August so stark eingebrochen wie seit der weltweiten Finanzkrise nicht mehr. Sie fielen um 5,2 Prozent zum Vormonat. "Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Jänner 2009", erklärte das Statistische Bundesamt. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 1,2 Prozent gerechnet.

Im weiteren Handelsverlauf stehen das Sitzungsprotokoll der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die Rede des EZB-Vertreters Peter Praet auf dem Programm. Am Nachmittag kommen dann die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten aus den USA. Zudem stehen jenseits des Atlantiks ebenfalls Reden einiger Vertreter der US-Notenbank Fed sowie das FOMC-Sitzungsprotokoll an.

Unternehmensseitig sorgte indessen die Deutsche Bank für Aufregung unter den Anlegern. Am Mittwochabend hatte die Bank einen Milliardenverlust für das abgelaufene Quartal und einen möglichen Dividendenausfall angekündigt. Grund seien unter anderem Abschreibungen. Auf der Basis der Belastungen werde für das dritte Quartal nun von einem Verlust vor Steuern von rund 6,0 Mrd. Euro ausgegangen. Die Dividende für 2015 könne daher ganz oder teilweise ausfallen.

Die in den USA gehandelten Anteilsscheine der Deutschen Bank sackten in Folge der Nachricht nach dem US-Börsenschluss um etwa sieben Prozent ab. Im europäischen Handel fielen die Kursverluste weniger drastisch aus: Im Frühhandel verloren Deutsche Bank-Titel 2,51 Prozent.

Auch andere Bankaktien zeigten sich klar im Minus. Im DAX fielen Commerzbank um 1,40 Prozent, im Euro-Stoxx-50 gaben unter anderem Societe Generale (minus 1,62 Prozent) und Banco Santander (minus 2,02 Prozent) deutlich Terrain ab.

In der Gewinnzone waren dagegen Volkswagen zu finden, die Papiere gewannen 1,15 Prozent. Am Markt wurde auf die im Voraus veröffentlichte Stellungnahme des US-VW-Chefs Michael Horn für eine Anhörung vor US-Politikern am Donnerstag verwiesen. In dieser entschuldigt sich Horn für den Abgas-Skandal und verspricht, mit allen zuständigen Behörden voll zu kooperieren.

Im London rutschen Glencore mit minus 2,46 Prozent ans Ende des FTSE-100 Index ab. Die Analysten von Canaccord Genuity haben Marktteilnehmern zufolge das Kursziel für die Aktien reduziert und das Votum auf "speculative buy" gesetzt. Auch bei anderen Rohstoffaktien zeigten sich die Anleger zurückhaltend: Anglo American büßten 2,17 Prozent ein und Rio Tinto fielen um 1,93 Prozent.