Griechen wollen 100 Jahre Aufschub

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Griechen wollen 100 Jahre Aufschub

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Der Streit um die Schulden der Griechen eskaliert.

Auch so kann man die größte Finanzkrise meistern: Einfach ignorieren. Das ist scheinbar die Taktik des griechischen Premiers Alexis Tsipras. Der neueste Plan der Pleite-Regierung: Sie will die Schulden erst in 100 Jahren begleichen – kein Spaß! Am Freitag verbreitete die griechische Regierung dieses Vorhaben auf einem sieben-seitigen Papier – das berichtet die renommierte Financial Times.

Rückzahlung der 1. Rate wurde dreimal verschoben

Die Details: 2010, als klar war, dass die Griechen kurz vor der Zahlungsunfähigkeit standen, halfen die Euro-Länder mit 52,9 Milliarden Euro. Gekoppelt daran war das Versprechen, innerhalb von fünf Jahren alles wieder zurückzuzahlen.

Daraus wurde nichts – die griechische Tragödie nahm ihren Lauf, die Schulden wurden immer größer. Inzwischen wurde die Rückzahlung der ersten Rate dreimal verschoben. Bisher gültiger Deal: Die erste Rate wird 2020 fällig, die letzte 2050. Doch nun wollen die Griechen gleich bis ins Jahr 2110 verlängern. Der Wunschgedanke dabei: Die Inflation soll über die vielen Jahre die Schulden auf ein Minimum reduzieren.

Eine Erleichterung bekam Athen am Freitag: Der Internationale Währungsfonds gewährte einen Zahlungsaufschub – es war eine Rate von 300 Millionen Euro fällig. Doch damit gibt sich Tsipras nicht zufrieden: In einer Rede vor seinem Parlament ging er voll auf Konfrontation mit der EU. Er wolle einen Schuldenschnitt und eine Erleichterung bei den Sparauflagen.

Nicht nur Martin Schulz, dem EU-Parlamentspräsidenten (SPD), platzt der Kragen: „Ich habe die Faxen dicke“, sagte er in einer TV-Show.

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