Jeder Vierte kann sich Reisen nicht leisten

Urlaub wird Luxus

Jeder Vierte kann sich Reisen nicht leisten

Studie: Besserverdiener reisen mehr, Geringverdiener gar nicht mehr.

Reisen wird zum Vergnügen für Besserverdiener. Während die Zahl der gut verdienenden Urlauber (Haushaltseinkommen über 3.600 Euro monatlich) im Jahresvergleich 2011 um zwei Prozent auf 63 Prozent zulegte, sank die Zahl der reisenden Personen mit einem Haushaltsverdienst von unter 1.500 Euro von 34 auf 23 Prozent. Fernreisen sind primär ein Minderheitenprogramm für Wohlhabende, geht aus einer Studie der Fachhochschule Salzburg (Sample in Österreich: 1.000 Befragte) hervor. Insgesamt haben gerade einmal 46 Prozent der Österreicher im Vorjahr mehr als fünf Tage am Stück geurlaubt. Ein Rückgang von zwei Prozentpunkten gegenüber 2010.

Urlaubsbudget fehlt
"Der Anteil von Arbeitern, Pensionisten oder formal niedriger Gebildeten bei Reisen liegt deutlich unterhalb des österreichischen Gesamtdurchschnitts. Eine überdurchschnittlich hohe Reisetätigkeit zeigten dagegen fast zwei Drittel der Wiener, höher Gebildete und Selbstständige", so Prof. Reinhold Popp, wissenschaftlicher Leiter an der FH Salzburg, am Donnerstag vor Journalisten. Das fehlende Urlaubsbudget ist laut Umfrage auch der Hauptgrund, warum mehr als ein Viertel der Österreicher nicht einmal ein paar Tage verreist. Immerhin 16 Prozent gehen grundsätzlich nicht auf Reisen. Lediglich zwei Prozent der Österreicher nutzen ihren Urlaub für Fortbildung.

Für einen Inlandsurlaub gaben die Österreicher im Vorjahr im Schnitt 698 Euro aus, für eine Reise in das "Billigland" Türkei hingegen fast das Doppelte. Eine Fernreise ließen sie sich rund 2.500 Euro kosten.

Österreich verliert Attraktivität
Auffällig ist, dass Österreich für die Deutschen im Sommer immer uninteressanter wird. Vor allen Frauen finden Österreich zusehends unattraktiv - während sie bei Kroatien ins Schwärmen kommen. Und das weibliche Geschlecht ist es, dass laut Popp in erster Linie bestimmt, wohin die Reise geht. Bedenklich für heimische Touristiker ist auch, dass sich höher Gebildete und Junge immer weniger von der Alpenrepublik angezogen fühlen.

Der deutsche Professor Ulrich Reinhadt von der FH Salzburg ermahnte am Donnerstag die heimischen Hoteliers, die Kaufkraft der Kundschaft nicht aus den Augen zu verlieren. Die Jagd nach immer mehr Sternen und mehr Tennisplätzen mache das Angebot für immer mehr Menschen unerschwinglich, gab er zu bedenken.

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