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Wieder Aufregung

Michaelis verschickte Post über DHL

Der ÖIAG-Chef soll die Dienste des Konkurrenten genutzt haben.

Der Versand privater Post über die ÖIAG durch den Chef der Staatsholding, Peter Michaelis, sorgt weiter für Aufregung. Zwar wurden die Kosten von Michaelis der ÖIAG rückerstattet, nun regt sich aber Ärger darüber, dass Michaelis den Versand über den Postkonkurrenten DHL abwickelte. Schließlich ist Michaelis nicht nur für die Staatsbeteiligungen an der Österreichischen Post zuständig, er ist auch deren Aufsichtsratsvorsitzender.

Fritz: "Sehr bedenklich"
Vom obersten Postgewerkschafter Gerhard Fritz hieß es: "Wir finden das, gelinde ausgedrückt, sehr bedenklich, dass der Aufsichtsratspräsident die Dienste der Konkurrenz in Anspruch nimmt. Wir gehen aber zumindest davon aus, dass der Betrag für die private Nutzung zurückgezahlt wurde." Andernfalls sei der Fall weiter zu verfolgen.

In einer schriftlichen Stellungnahme der ÖIAG hieß es: "Die ÖIAG weist ein sehr geringes Postvolumen auf, da die meisten Sendungen über elektronische Medien erfolgen. Ein Großteil der Sendungen der ÖIAG wird durch die Österreichische Post versandt. Vereinzelt werden für Auslandssendungen die Leistungen internationaler Expressanbieter in Anspruch genommen. "

Kräuter: "Pröll muss Michaelis abberufen"
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter fuhr einmal mehr schwere Geschütze gegen Michaelis auf. Der für die ÖIAG zuständige Finanzminister Josef Pröll (V) habe dringenden Handlungsbedarf und müsse Michaelis noch diese Woche abberufen. "Pröll muss der Geldverschwendung durch Michaelis das Handwerk legen", meinte Kräuter. Schließlich trete der Finanzminister ständig als "Sparefroh" auf, gleichzeitig halte er dem "700.000 Euro-Mann Michaelis die Stange", so Kräuter. Aus dem Büro Pröll hieß es zur Causa DHL, man kenne die Hintergründe nicht und könne sie daher auch nicht kommentieren.

Ärger im eigenen Haus
Michaelis habe ein langes Sündenregister, angefangen von "horrenden Beraterverträgen" über die "Verscherbelung" der Austria Tabak bis hin zum Buwog-Skandal, findet hingegen Kräuter. "Prominentes Mitglied in dem Gremium, das damals den Buwog-Skandaldeal abgesegnet habe, war niemand anderer als Herr Michaelis", so der SPÖ-Geschäftsführer.

Michaelis muss sich seit längerem auch mit Ärger im eigenen Haus herum schlagen. Die ÖIAG will ihren Beschäftigtenstand von derzeit 24 auf 17 Mitglieder verkleinern, was mit dem geringeren Aufgabenvolumen der Holding argumentiert wird. Dagegen gibt es Widerstand von der Gewerkschaft, die sich auch darüber empört, dass von den Kündigungen auch Betriebsräte betroffen seien. Auf APA-Anfrage wollte sich die ÖIAG zum aktuellen Stand des Arbeitskonfliktes nicht äußern. "Aus Rücksichtnahme auf die laufenden Gespräche kommentiert die ÖIAG dieses Thema nicht", so die Staatsholding.